Direkt nach der Geburt eines Babys sind Eltern vorrangig damit beschäftigt, sich um die Grundbedürfnisse ihres Kindes zu kümmern, es mit Zärtlichkeiten zu verwöhnen und zuzusehen, wie es sich rasant weiterentwickelt: Das erste Lächeln, das erste Wort, der erste Schritt.

Doch je weiter die Entwicklung des Babys fortschreitet, umso deutlicher werden neue Probleme und Herausforderungen. Das Baby entwickelt sich zum Kleinkind, erlangt immer mehr Fähigkeiten und wird immer neugieriger auf seine Umwelt, zudem bilden sich immer deutlicher individuelle Charakterzüge aus. Gleichzeitig werden die Anforderungen, die Eltern an die Kleinkinder stellen, immer größer: Kinder sollen brav sein, nichts kaputt machen, nichts tun, das sie gefährden könnte und so handeln, dass ihre Eltern keinen Stress mit ihnen haben.

Doch es ist meist das Gegenteil der Fall, die Erziehung gelingt nicht so, wie die Eltern es gerne hätten und sie beginnen, sich über ihre Kinder zu ärgern und vergessen dabei völlig, dass sie eben Kleinkinder sind, noch völlig anders denken als sie selber, vieles nicht wissen und sich auch nicht in die Rolle ihrer Eltern versetzen können.

Um ein Kind effektiv zu erziehen, ist es wichtig, es zu verstehen und es immer die eigene Liebe spüren zu lassen. Dann wird es auch mit Verboten klarkommen und schnell lernen, dass es gut ist, sich an Regeln zu halten.

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Regeln in der Erziehung sind wichtig, aber müssen überschaubar bleiben

Kleinkinder leben in der Gegenwart. Weder planen sie vor, noch fällt es ihnen leicht, sich an Vergangenes zu erinnern. Deswegen ist es zwar wichtig, sie allmählich an Regeln zu gewöhnen, doch je jünger das Kleinkind ist, umso geringer sollte die Anzahl an Regeln sein, an die es sich halten muss, da es sonst den Überblick verliert und von den vielen Regeln haltlos überfordert sein wird. Deswegen ist es wichtig, dass Eltern sich genau überlegen, welche Regeln ihnen besonders wichtig sind und welche Regeln sie deswegen unbedingt auch schon von ihrem Kleinkind berücksichtigt wissen möchten. Außerdem passiert es Kleinkindern sehr leicht, dass sie Regeln einfach wieder vergessen. Drückt ein Kleinkind also beispielsweise wiederholt auf den Tasten der Fernbedienung herum, obwohl seine Eltern es ihm schon mehrfach verboten haben, so hat das Kind in den meisten Fällen vermutlich einfach vergessen, dass es das nicht darf.

Eltern dürfen nicht müde werden, Regeln zu wiederholen. Je älter das Kind ist, umso leichter kann es sich die Regeln merken, in jedem Fall ist jedoch wichtig, dass das Kind Zeit hat, sich die Regeln einzuprägen. Damit die Kinder die Regeln verinnerlichen, ist es auch wichtig, dass Eltern selbst konsequent bleiben. Drückt das Kind also die Tasten der Fernbedienung, obwohl es das nicht tun sollte, müssen Eltern jedes Mal wieder darauf bestehen, dass es das nicht tun soll. Eltern, die nach wiederholtem Mahnen genervt aufgeben, fördern nur, dass das Kind sich nicht an Regeln hält und verinnerlicht, dass es verbotene Dinge irgendwann darf, wenn es sie oft genug trotz Verbot tut.

Ob Eltern die Regeln begründen oder nicht, das kommt darauf an, wie alt das Kind ist. Mit anderthalb Jahren ist es einfacher, dem Kind klarzumachen, dass es etwas nicht tun soll. Für Erklärungen ist es noch nicht empfänglich und es wird sie auch nicht verstehen. Ist das Kind jedoch schon älter, etwa im Kindergartenalter, so ist es nur gerecht und fördert den Gehorsam, wenn das Kind eine Begründung für eine Regel erfährt. So kann das Kind nachvollziehen, warum es etwas nicht tun darf, und sieht vielleicht auch ein, dass etwas sich nicht gehört oder ihm nicht gut tut. Gibt es etwa die Regel, dass zuhause nur am Tisch gegessen wird, so kann hier eine Erklärung folgen. Denn möglicherweise versteht das Kind nicht, warum der Tisch und das Essen zusammengehören.

Anstatt also einfach nur zu sagen: „Setz dich zum Essen an den Tisch“, ist es sinnvoll, eine Erklärung zu bieten: „Denn wenn du beim Essen durch die Wohnung läufst, krümelst du, und ich muss putzen und habe weniger Zeit, um mit dir zu spielen. Außerdem ist es doch schön, wenn wir beide zusammen am Tisch sitzen und uns über unser Essen freuen.“

Damit Kinder Regeln nicht als strenge Befehle wahrnehmen und sie nur widerwillig befolgen, ist es wichtig, dass Eltern zwar konsequent bleiben, aber nicht zu streng reagieren, wenn das Kind sich doch mal widersetzt oder die Regel gar vergisst. Effektiver ist es, das Kind spüren zu lassen, dass es gut ist, sich an die Regel zu halten: Kinder, insbesondere schwierige und schwer erziehbare Kinder, sollten für ihr gutes Verhalten gelobt werden und viel Anerkennung dafür erhalten. Sie sollten spüren, dass sie positive Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen, wenn sie sich an Regel halten, und ihre Eltern damit glücklich machen.

Denkstrukturen eines Kindes: Ein Kleinkind versteht oft nicht, dass das, was es tut, nicht angebracht ist

Die komplexen Zusammenhänge, mit denen es sein ganzes Leben lang konfrontiert sein wird, versteht ein kleines Kind noch nicht. Ebenso kann es Handlungen noch nicht unbedingt in Kontexte einordnen.

Möglicherweise ärgert sich eine Mutter, dass ihr Kind seinen Teller nimmt und den gesamten Inhalt auf den frisch geputzten Boden schüttet und fühlt sich von ihrem Kleinkind absichtlich schikaniert, doch das ist ausgeschlossen: Die Denkstrukturen eines Kleinkindes sind noch gar nicht so weit fortgeschritten, dass es etwas tatsächlich mit der Absicht tun könnte, jemanden zu ärgern oder zu schikanieren. Erstrecht nicht seine stärkste Bezugsperson, die Mutter.

Der Grund für sein Verhalten ist ein anderer: Möglicherweise haben Mutter und Kind kurz zuvor gemeinsam im Sandkasten gespielt und mit Sand gefüllte Eimer auf dieselbe Weise in den Sandkasten geschüttet und hatten dabei viel Spaß. Das Kind erinnert sich an seine eigene und die Freude seiner Mutter und möchte dies nun wieder erreichen, indem es mit seinem Essen genauso umgeht wie mit dem Sand. Dass hier ein völlig anderer Kontext gegeben ist, in dessen Rahmen sein Verhalten überhaupt nicht mehr angebracht ist, kann das Kind noch nicht verstehen.

Mit der Trotzphase klarkommen durch Kompromisse, Ruhe und Konsequenz

Im Alter von zwei bis drei Jahren durchlaufen viele Kleinkinder eine Phase, die als Trotzphase bezeichnet wird. In dieser Phase ist der Umgang mit den Kindern besonders schwierig. Manche Kinder haben sogar derart starke Wutanfälle, dass Eltern sich regelrecht hilflos fühlen. Kinder haben in diesem Trotzalter keine Kontrolle über ihre Gefühle, und für beide Seiten, sowohl für Eltern als auch für Kinder, ist es keine leichte Phase. Dennoch können Eltern versuchen, bei ihren Kindern Wutausbrüche und Trotz möglichst selten und gemäßigt zu halten. Dass dies immer gelingt, kann ihnen niemand versprechen, aber mit folgenden Methoden werden sie zumindest höchstwahrscheinlich erfolgreicher sein als mit Schimpfen, Schreien, Einsperren oder gar Schlagen.

Viele Mütter werden wissen, wie schwer es sein kann, mit einem Kleinkind in der Trotzphase einkaufen zu gehen. Möchte es etwas haben, so besteht es darauf, fängt vielleicht sogar an zu weinen. Im schlimmsten Falle wirft es sich auf den Boden und hat einen Wutanfall. Um es nicht soweit kommen zu lassen, kann die Mutter versuchen, ein Kompromiss mit dem Kind einzugehen oder darüber nachzudenken, ob ein Verbot tatsächlich sinnvoll ist.

Das Kind möchte beispielsweise ein Eis. Spricht etwas dagegen, dass es eines bekommen darf? Sofern nicht sofort nach dem Einkauf zu Mittag oder zu Abend gegessen wird, ist ein Eis doch in Ordnung, oder? Bald kennen Mütter auch die Verhaltensweisen ihres Kindes und können abschätzen, dass es beim Einkaufen vermutlich ein Eis haben wollen wird. Findet der Einkauf am Nachmittag statt, so ist es beispielsweise möglich, den Nachtisch, falls vorhanden, nach dem Mittagessen wegzulassen und das Kind auf den Einkauf zu verweisen: „Wenn wir später einkaufen gehen, bekommst du ein Eis zum Nachtisch!“

Eine andere Möglichkeit ist auch, das Eis mitzunehmen und für später aufzuheben: „Später, nach dem Abendessen, essen wir alle gemeinsam Eis.“

Positive Formulierungen wirken auf Kinder generell besser als negative. Eltern sollten sich also überlegen, ob das, was sie aussprechen, tatsächlich ein Verbot ist. Darf das Kind nicht draußen spielen? Oder muss es noch etwas warten? Ein „Nein, das darfst du nicht“ wird mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Wutanfall provozieren als ein „Ja, aber du musst noch etwas warten, bis ich hier fertig bin.“

Wird den Kindern tatsächlich etwas verboten, so sollte das Verbot klar, deutlich und ruhig ausgesprochen werden und mit Konsequenz durchgezogen werden. Eltern sollten in die Knie gehen, auf Augenhöhe mit dem Kind sprechen und Blickkontakt aufnehmen. Bricht das Kind daraufhin in Wut und Tränen aus, sollten Eltern auf keinen Fall ihr Nein revidieren und nachgeben. Daraus lernen Kinder nur, dass sie mit Wutausbrüchen das bekommen, was sie möchten.

Aufräumen leicht gemacht: Kindern effektiv Aufräumen beibringen

Aufräumen kann bei Kindern besonders unbeliebt sein, möglicherweise lehnen sie sich hier besonders stark auf und Streit ums Aufräumen provoziert besonders oft Wutausbrüche. Doch das Aufräumen muss gar nicht so unbeliebt sein und meist sind Eltern sogar selbst schuld daran, dass ihre Kinder das Aufräumen als so negativ empfinden, weil sie über auf dem Boden verteiltes Spielzeug schimpfen, harsche Befehle erteilen oder mit Strafen oder Verboten reagieren, wenn das Kind nicht aufräumt.

All diese Probleme können umgangen werden, wenn Eltern richtig mit ihren Kindern umgehen, ihnen ein positives Gefühl für das Aufräumen vermitteln und ihnen zu verstehen geben, was sie eigentlich von ihnen möchten.

Anstatt dem Kind also entnervt und kühl den Befehl zum Aufräumen zu geben, ist es besser, das Aufräumen zum Spiel zu machen: „Lass uns ein Spiel spielen: Wir räumen das Wohnzimmer auf. Ich räume den Tisch auf, und du sammelst deine Spielsachen ein und räumst sie in deine Spielzeugkiste. Wer ist schneller fertig?“

Dieses Beispiel enthält auch eine andere wichtige Regel: Kinder brauchen genaue Anweisungen. Mit dem Befehl „Räum dein Zimmer auf!“ können sie meistens nichts anfangen, denn die Ordnung wurde von seinen Eltern geschaffen. Ein Kind weiß nicht, wie sich die Eltern vorstellen, dass das Zimmer auszusehen hat und kann sich auch oft nicht daran erinnern, wo die Sachen lagen, bevor es mit ihnen gespielt hat. Sinnvoll ist es also, dem Kind ganz genaue Anweisungen zu geben und gegebenenfalls ihm auch beim Aufräumen zu helfen.

Besser als „Räume dein Zimmer auf“ ist also „Räume deine Kuscheltiere in diese Kiste. Danach räume bitte deine Bilderbücher ins Bücherregal.“

Damit das Kind das Aufräumen nicht als anstrengend empfindet, darf es nicht zu lange dauern. Deswegen sollte regelmäßig aufgeräumt werden, alle ein bis zwei Tage, damit das Kind nie zu viel zu tun hat.

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Liebevolle und positive Erziehung: Liebe, Lob und Aufmerksamkeit

Ob im Job, in der Partnerschaft oder unter Freunden: Erwachsene kennen es aus ihrem eigenen Leben, dass positive Gefühle für das eigene Engagement viel effektiver sind als negative. Wenn die eigene Arbeit und Mühe nie anerkannt wird, wenn der Partner dauernd wegen Kleinigkeiten meckert oder die besten Freude einem kaum mehr Aufmerksamkeit schenken, außer sie brauchen etwas, führt das zu Frust, Wut und nicht selten zu Resignation. Wenn der Chef ohnehin nie zufrieden ist, ist es egal, wie die Arbeit ausgeführt wird. Wenn der Partner immer über Banalitäten meckert, wenn freundschaftliche Gesten nicht erwidert werden, hat irgendwann niemand mehr Lust, Energie in die Beziehungen zu stecken.

Wer jedoch Anerkennung für seine Arbeit erhält, wem vermittelt wird, dass er eine Arbeit gut gemacht hat, wem Interesse und Aufmerksamkeit seitens seiner Freunde entgegenkommt und wer spürt, dass sein  Partner ihn liebt und sich über die kleinen Mühen freut, der engagiert sich gerne für seine Arbeit und sein Privatleben.

Ebenso fühlen natürlich auch Kinder. Kinder bedürfen noch mehr Aufmerksamkeit. Alles, was sie tun, haben sie gerade erst gelernt und deswegen möchten sie in ihrem Tun gesehen werden. Sie möchten, dass ihre Eltern sehen, was sie können, und sie dafür loben.

Deswegen ist es wichtig, seine Kinder von sich selbst aus zu beobachten, ihr Verhalten zu kommentieren und zu loben und ihnen auf jeden Fall Aufmerksamkeit schenken, wenn sie kommen, um etwas zu präsentieren, wie ein selbstgemaltes Bild oder eine Bastelei.

Sind Eltern froh um eine Verhaltensweise ihres Kindes, etwa wenn es nach dem Essen seinen Teller in die Spülmaschine stellt, müssen sie ihrem Kind signalisieren, dass sie dieses Verhalten zur Kenntnis nehmen und toll finden, indem sie es ihm direkt sagen: „Ich finde es sehr schön, dass du deinen Teller in die Spülmaschine stellst. Damit tust du mir einen großen Gefallen.“

Es wurde erwiesen, dass Kinder umso positiver reagieren, je detaillierter das ausgesprochene Lob ist. „Das ist aber ein schönes Bild“ ist zwar ganz nett, aber zeigt dem Kind nicht, dass sich seine Mutter oder sein Vater intensiv mit dem Bild auseinandergesetzt hat. „Diese Blumen haben aber sehr schöne Blätter, die abwechselnd gelb- und rosafarbenen Blütenblätter sind sehr kreativ und die Farben passen gut zusammen“ macht dem Kind viel mehr Freude: Es sieht, dass seine Eltern das Bild tatsächlich aufmerksam betrachtet haben.

Wenn Kinder derartige positive Aufmerksamkeit erhalten, fühlen sie sich gut und bestätigt, wenn nicht, so passiert es schnell, dass sie Verbote missachten oder etwas tun, wovon sie wissen, dass ihre Eltern es nicht mögen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, denn negative Aufmerksamkeit in Form von Ärger ist ihnen lieber als keine Aufmerksamkeit.

Wichtig ist jedoch auch, dass Eltern es nicht übertreiben: Übertriebene Aufmerksamkeit führt dazu, dass Kinder das Gefühl für die Realität verlieren und zu denken beginnen, alles drehe sich nur um sie. Später entwickeln sie ein erhöhtes Aufmerksamkeitsbedürfnis ihrer Umwelt gegenüber und reagieren frustriert oder wütend, wenn sie im Kindergarten oder in der Schule nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten als die anderen Kinder.

Wenn ein Kind also in ungeeigneten Momenten Aufmerksamkeit fordert, etwa dann, wenn seine Mutter gerade arbeitet oder telefoniert, sollte ihm klar gemacht werden, dass der Moment gerade unpassend ist und dass es etwas Geduld haben muss.

Wichtig ist auch, Kinder nicht ständig zu bemitleiden, denn auch das könnte ihre Persönlichkeit negativ beeinflussen: Sie entwickeln dann im Erwachsenenalter ein übertriebenes Selbstmitleid und beginnen sich darin zu suhlen. Ist ein Kind also krank oder hat sich wehgetan, müssen Eltern daran natürlich Anteil nehmen, es jedoch nicht bemitleiden und ihr Gefühl dramatisieren. „Ein aufgeschürftes Knie tut weh, ich weiß. Aber zum Glück wird das bald wieder heilen“ ist angebrachter als „Du armes Kind, dein Knie muss ja so entsetzlich weh tun. Wo soll ich dich hintragen, damit du dein kaputtes Knie nicht belasten musst?“

Leben mehrere Kinder im Haushalt, muss den Kindern Zusammenhalt anerzogen werden. Konkurrenz unter Geschwistern verschlechtert ihr Verhältnis zueinander und damit das gesamte Familienklima. Anstatt also dass das eine Kind am anderen gemessen wird („Warum bist du nicht so brav wie Katharina? Julia räumt ihr Zimmer viel ordentlicher auf als du!“) muss ihnen vermittelt werden, dass es gut ist, einander zu helfen und etwas gemeinsam zu tun: „Helft mir gemeinsam dabei, den Kuchen für eure Oma zu backen, und dann könnt ihr zusammen spielen gehen.“

Kindern Entscheidungen beibringen

Im Verlauf des Lebens muss sich ein Mensch immer wieder entscheiden. Doch auch das Treffen von Entscheidungen muss erst gelernt werden, denn dazu gehört rationales Abwägen der Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten und das Nachdenken über die Konsequenzen. Zu all dem ist ein Kleinkind noch nicht in der Lage und selbst die einfachsten Entscheidungen können es überfordern und unglücklich machen, wenn sie unterschiedliche Konsequenzen haben. Muss sich ein Kind etwa entscheiden, ob es seiner Mutter beim Backen helfen möchte oder lieber mit seinem Vater die Oma besuchen möchte, muss es sich zwischen zwei komplett unterschiedlichen Dingen entscheiden. Ein zweijähriges Kind weiß nicht, was ihm mehr Spaß macht. Es kann sich nicht daran erinnern, ob es lustig ist, einen Kuchen zu backen oder ob es bei der Oma schön ist und weiß nicht, was es antworten soll. Fällen letztendlich die Eltern die Entscheidung für das Kind, ist es dennoch unglücklich, weil es weiß, dass es auch etwas anderes hätte machen können.

Was deutlich wird ist, dass selbst einfachste Entscheidungen von einem Kleinkind nicht zu bewältigen sind. Das Kind muss sehr, sehr langsam daran gewöhnt werden, dass es Entscheidungen treffen muss. Geeignet sind dazu Situationen, in denen die unterschiedlichen Möglichkeiten keine unterschiedlichen Konsequenzen haben: Wenn das Kind zwei Kugeln Eis bekommt, darf es etwa wählen, welche davon zuerst in den Becher oder das Hörnchen kommt, oder wenn es zwei Süßigkeiten essen darf, können Eltern Entscheidungen üben, indem sie es fragen, welche der beiden Süßigkeiten es zuerst isst.