Diverse Gesundheitsstudien konnten zeigen: Allergien bei Kindern sind leider ein zunehmend häufiger auftretendes Phänomen. Eine Allergie bei Kindern kann häufiger vorkommen, wenn bereits die Eltern von Allergieerkrankungen betroffen sind. Eine allergische Erkrankung kann jedoch auch ohne familiäre Vorbelastung entstehen, so beispielsweise, wenn Kinder häufig potenziellen Allergenen ausgesetzt sind. Ganz egal ob Asthma, Tierhaarallergie, Heuschnupfen oder Neurodermitis – um eine Allergie bei Kindern vorzubeugen, lassen sich wertvolle Selbstmaßnahmen ergreifen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Allergieerkrankungen bei Kindern häufen sich zunehmend.
  • Eltern können bereits während der Schwangerschaft bestimmte Vorbeugemaßnahmen ergreifen, um das Kind zu schützen.
  • Es gibt bestimmte Reizstoffe, die eine Allergie bei Kindern auslösen können – sogenannte Allergene.
  • Wer Allergiesymptome beobachten kann, sollte frühzeitig einen Fachmediziner kontaktieren, um eine passende Allergie-Behandlung in die Wege zu leiten.
  • Eine frühzeitige und korrekte Behandlung kann der Verlauf der allergischen Erkrankung äußerst positiv beeinflussen und diese sogar vollständig zum Abklingen bringen.

    Allergien bei Kindern äußern sich in unterschiedlicher Weise. Es gibt aber wirksame Selbstmaßnahmen.
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Allergien – wie entstehen sie bei Kindern überhaupt?

Eine Allergie ist im Grunde eine Immunreaktion des Körpers. Das heißt, dass Substanzen und Stoffe, die gegessen, eingeatmet oder getrunken werden – eine Abwehrreaktion hervorrufen. Bei einer Allergiereaktion bekämpft das eigene Immunsystem im Grunde harmlose Umweltstoffe. Sobald der menschliche Körper mit gewissen „Reizstoffen“ in Kontakt kommt – sogenannten Allergenen – kommt es zur Überreaktion des Immunsystems. Solche Allergene können Tierhaare, bestimmte Nahrungsmittel, Pollen, Gräser oder Staub sein. Gegen diese Allergene bildet der kindliche Körper spezielle Antikörper.

Ungefähr jedes fünfte Kind ist von einer Allergie betroffen und die Tendenz steigt immer mehr! Insbesondere bei den Kleinen ist eine frühzeitige Allergie-Diagnose grundlegend wichtig, um eine Verschlimmerung zu vermeiden.

Die Risikofaktoren für eine Allergie bei Kindern

Der bedeutendste Risikofaktor für das Auftreten einer allergischen Erkrankung ist die erbliche Veranlagung. Wenn zum Beispiel ein oder gar beide Elternteile von einer Allergie betroffen sind, hat das Kind ein um rund 30 Prozent höheres Erkrankungsrisiko. Doch nicht jedes vorbelastete Kind bekommt auch tatsächlich eine Allergie: Die Umwelt und die persönliche Lebensführung spielen eine sehr wichtige Rolle. Zudem gibt es einige Risikofaktoren, die eine Allergieerkrankung begünstigen und fördern können:

  • Genetische Vorbelastung:

Es spielt eine wesentliche Rolle, ob die Eltern selbst unter Allergieerkrankungen leiden oder nicht.

  • Klimawandel:

Die Erderwärmung hat die Blütesaison in den vergangenen Jahren um knapp zwei Wochen verlängert. Auch die Konzentration der Pollen in der Luft – wie beispielsweise durch Pflanzen wie Ambrosia – ist deutlich höher als in den letzten Jahren.

  • Höhere Umweltbelastung:

Die Luftverschmutzung nimmt durch den Straßen- und Luftverkehr immer mehr zu. Auch die Industrie belastet Wohnraumgebiete immer stärker. Diese steigende Umweltbelastung setzt auch dem menschlichen Immunsystem deutlich zu.

  • Eingeschränkte Funktionsweise des Immunsystems:

Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren öfter mit Bakterien, Pilzen und sonstigen Krankheitserregern in Berührung kommen, entwickeln viel seltener allergische Erkrankungen. Erkältungen und grippale Infekte „trainieren“ sozusagen das kindliche Immunsystem.

  • Schlechte Ernährungsgewohnheiten:

Eine ungesunde Ernährung schadet dem kindlichen Organismus. Einige Proteine kann der Darm von Kindern beispielsweise noch nicht so gut aufspalten. Durch den Verzehr „falscher Nahrungsmittel“ wird der Darm hohen Belastungen ausgesetzt und die Verdauungsfunktionen massiv beeinträchtigt. Somit kann es zu Überreaktionen der Immunabwehr kommen und die Entstehung von Allergien begünstigen.

  • Der persönliche Wohnraum:

Flauschige Wohnzimmerteppiche und Klimaanalgen können ebenfalls allergische Erkrankungen begünstigen: In der häuslichen Umgebung tummeln sich Schimmelpilze und Hausstaubmilben, die Asthma und sonstige Allergien hervorrufen können.

  • Haustiere:

Wenn Haustiere und Kinder auf engem Raum zusammenleben, ist das eine hohe Allergenbelastung. Tierhaare und sonstige Stoffe, die das Tier absondert, können sich in den kindlichen Atemwegen festsetzen und Allergien verursachen.

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Allergien verstehen – Anzeichen, die Beachtung finden sollten

Viele Eltern sind sich nicht sicher, wie sie bestimmte Anzeichen und Symptome einstufen sollen. Anfallartig oder zweitweise auftretender Husten, Heuschnupfen, Atemnot oder Hautprobleme sollten immer aufmerksam werden lassen. Zudem sollte bei Verdacht immer ein allergologisch erfahrener Mediziner aufgesucht werden, um aufgrund der Beschwerdesymptomatik eine klare Diagnose zu erhalten.

Ist beispielsweise nicht klar, woher ein bestimmter Ausschlag kommt oder kann ein Husten nicht mit einem grippalen Infekt in Verbindung gebracht werden, sollte unbedingt ein Allergietest durchgeführt werden.

Typische Allergiesymptome bei Kindern sind:

  • Geschwollene Augen und / oder Lippen
  • Tränende Augen
  • Verstopfte Nase
  • Unerklärliche Hals- und Kopfschmerzen
  • Juckreiz und Hautausschlag
  • Reizhusten
  • Niesanfälle
  • Atemnot und Keuchen

Die häufigsten Allergieerkrankungen bei Kindern

Eine Allergieerkrankung bei Kindern kann sich auf vielfältige Weise äußern. Bestimmte Symptome können auf bestimmte Allergien hinweisen. Wir zeigen Ihnen hier, welche Faktoren eine Allergieerkrankung fördern und bei welchen Allergiesymptomen Sie hellhörig werden sollten.

Heuschnupfen und Pollenallergien – Symptome und Allergiebehandlung

Wenn die Schleimhäute der Nase und der Augen in Berührung mit Pollen kommen, kann es im Rahmen einer Pollenallergie zu einer Immunabwehrreaktion und folgenden Symptomen kommen:

  • juckende, tränende und gerötete Augen
  • Niesreiz
  • Geschwollene Nasenschleimhäute
  • Verstopfte und laufende Nase
  • Hautreaktionen
  • Halskratzen
  • Gelegentlicher Husten, welcher unbehandelt sogar zu einer Asthma-Erkrankung führen kann
  • Gelegentliche Kopfschmerzen
  • Schleimansammlung in den Nebenhöhlen
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit.

Um diesen Allergiesymptomen vorzubeugen, sollten einige Selbsthilfemaßnahmen ergriffen werden:

  • Eine Pollenflug-Vorhersage kann eine hilfreiche Prognose zur aktuellen Pollenbelastung treffen.
  • Informieren Sie sich, welche Nahrungsmittel ähnliche Allergene in sich tragen, so zum Beispiel Honig.

Es ist wichtig dann auf diese Lebensmittel ebenfalls zu verzichten und somit eine „Kreuzallergie“ zu vermeiden.

  • Im Idealfall sollte während der stärksten Pollenflugzeit in den Urlaub geflogen werden. In den Bergen sowie in Küstenregionen ist die Pollenbelastung meistens am geringsten. Auch in nordischen Ländern fliegen die Pollen deutlich später als im mittel- und südeuropäischen Raum.
  • Die Aktivitäten in der freien Natur sollten nach dem Pollenflug ausgerichtet werden.
  • Wählen Sie als Gartenpflanzen nur welche, gegen die Ihr Kind nicht allergisch ist. Auch gegenüber Gräser-Pollen kann eine Allergie entstehen: Daher sollte der Rasen immer gemäht werden.
  • Bauen Sie einen Pollenfilter in die Lüftung Ihres Autos ein.
  • Saugen Sie Polstermöbel und Teppiche mit einem speziellen Staubsauger.
  • Waschen Sie in der Pollen-Hochsaison abends vor dem Schlafengehen die Haare des Kindes.
  • Bringen Sie spezielle Pollen-Schutzgitter an Ihre Hausfenster an
  • Lüften Sie regelmäßig – auch wenn es regenet. Die Feuchtigkeit von draußen reinigt die Luft von allergieauslösenden Pollen.

Asthma – die am häufigsten vorkommende allergische Erkrankung bei Kindern

Das allergische Asthma ist die häufigste Allergieerkrankung im Kindesalter. Allerdings müssen die möglicherweise auftretenden Symptome dringend fachärztlich untersucht werden: Bei vielen Kleinkindern existiert nämlich eine Überschneidung zwischen einem Kleinkind-Asthma und einer obstruktiven Bronchitis. Bei über der Hälfte aller Kinder klingt das Asthma bis zum etwa siebten Lebensjahr wieder von alleine ab. Bei der anderen Hälfte der betroffenen Kinder wird die Allergieerkrankung chronisch und ruft selbst im Erwachsenenalter noch Anfälle hervor. In sehr viele Fällen wird eine Asthma-Erkrankung bei kleinen Kindern übersehen und infolgedessen erst sehr spät behandelt. Die Symptome lassen sich bei einer allergischen Asthma-Erkrankung nur schwer von anderen Infekten abgrenzen. Daher sollten Eltern hier besonders aufmerksam sein.

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Nahrungsmittelallergie und Unverträglichkeiten

Bei kleinen Kindern treten zudem häufig Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten auf. Eine Allergie ist jedoch nicht das gleiche wie eine Unverträglichkeit. Während bei der Allergie eine Abwehrreaktion des kindlichen Immunsystems erfolgt, hat eine Unverträglichkeit nichts damit zu tun. Vielmehr ist es hier so, dass bestimmte Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe vom Organismus nicht ordnungsgemäß aufgespalten und verdaut werden können. Ein Beispiel hierfür ist Laktose: Wenn der Körper den Milchzucker nicht richtig verdauen kann, können Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen die Folge sein.

Nur etwa vier von rund einhundert Kindern leiden tatsächlich an einer „echten Nahrungsmittelallergie“. Bei vielen Kindern entstehen Nahrungsmittelallergien als Kreuzreaktion zur Pollenallergie: Das bedeutet, dass die Kinder auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren können, die in ihrer Proteinstruktur den Pollen ähneln – zum Beispiel Erdnüsse.

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Hausstaub- und Milbenallergie – Symptome und wirksame Selbstmaßnahmen zur Vorbeugung

Hausstaub ist eine Kombination aus Textilfasern, Hautschuppen, Haaren und sonstigen Partikeln. Hausstaub kommt in jedem Haushalt vor und setzt sich vermehrt in Federbetten, Polstern, Teppichen und Matratzen ab. Darin leben die sogenannten Hausstaubmilben, die auch für die Allergieerkrankung verantwortlich sind. Wenn Kindern an einer Hausstauballergie leiden, heißt das auf keinen Fall, dass sie in unhygienischen und verschmutzen Umständen leben. Die Die Reaktion erfolgt eigentlich nicht auf den Staub, sondern auf den Kot der Milben, die in diesem Staub leben. Wenn dieser Milbenkot in Form von Feinstaub eingeatmet wird, kann es zur Entstehung der Allergie und folgenden Symptomen kommen:

  • juckende, tränende und rote Augen
  • Niesreiz
  • Geschwollene Nasenschleimhäute und eine verstopfte Nase
  • Gelegentlich auftretender Husten

Folgende Maßnahmen helfen gegen die Hausstauballergie:

  • Regelmäßiges Lüften
  • Betten häufiger waschen (bei mindestens 60 Grad Celsius oder gar als Kochwäsche)
  • eine Schaumstoffmatratze oder eine allergenundurchlässige Schutzhülle für die Matratze verwenden.
  • Die Kuscheltiere der Kinder regelmäßig in die Kühltruhe legen. Auf diese Weise werden die Plüschfreunde von Milben befreit.
  • Ein Staubsauger mit Mikro-Filter ist eine sehr wichtige Anschaffung: Er sorgt dafür, dass der eingesaugte Hausstaub nicht wieder in die Luft gelangt.
  • Verzichten Sie im Idealfall auf Gardinen und Teppiche, da sich in diesen, Allergene eher einnisten können.
  • Verwenden Sie keine Decken und Kopfkissen aus Federn.
  • Behandeln Sie Polstermöbel und evtl. vorhanden Gardinen mit einem speziellen Anti-Milben-Spray.

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Tierhaarallergie – Haustiere als eine der häufigsten Allergieauslöser

Haustiere sind sehr beliebte Freunde für Kinder, doch sie können auch der Auslöser für eine Tierhaarallergie sein. Rund 20 Prozent aller Tierbesitzer leiden selbst an einer Allergie. Hunde lösen interessanterweise wesentlich seltener eine allergische Erkrankung aus, als zum Beispiel Katzen. Im Grunde sind es gar nicht die Tierhaare, die eine Allergiereaktion hervorrufen, sondern eher die Körperabsonderungen und Hautschuppen der Vierbeiner. Auch Tränenflüssigkeiten oder Speichel der Haustiere können ein bedeutender Auslöser der Tierhaarallergie sein.

Symptome der Tierhaarallergie:

  • Asthma oder Bronchitis
  • Niesreiz
  • Rötung und Tränen der Augen
  • Nesselsucht und juckender Hautausschlag
  • Hustenreiz

Wirksame Selbstmaßnahmen:

  • Baden Sie das Haustier mindestens einmal wöchentlich.
  • Reinigen Sie die Wohnung gründlich mit einem Staubsauger
  • Halten Sie insbesondere das Schlafzimmer tierfrei – idealerweise auch das Wohn- und Kinderzimmer.
  • Verzichten Sie auf Decken, die aus Tierhaaren bestehen
  • Vermeiden Sie den Kontakt zwischen dem Kind und Tieren, auf die es allergisch reagiert.

Wirksame Tipps zur Prävention von Allergien

Eine Allergie bei Kindern lässt sich nie hundertprozentig vermeiden. Doch bereits vor der Geburt eines Kindes lassen sich laut Allergieexperten wirksame Präventionsmaßnahmen ergreifen. Wichtig ist beispielsweise, dass beide Elternteile während der Schwangerschaft auf Zigaretten verzichten. Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise der werdenden Mutter während der Schwangerschaft ist essenziell wichtig. Nach der Geburt des Kindes kommt dem Stillen eine sehr große Rolle zu: Muttermilch ist die beste Ernährungsgrundlage für das Baby und versorgt den kleinen Organismus mit allen wichtigen Nährstoffen. In den ersten vier Lebensmonaten sollten Kinder ausschließlich gestillt werden. Erst gegen Ende des vierten Lebensmonats sollte mit dem Zufüttern begonnen werden und neue Nahrungsmittel nur schrittweise eingeführt werden. Am besten wird das Kind wöchentlich mit einem neuen Nahrungsmittel ernährt: Auf diese Weise lässt sich auch gut erkennen, ob das Kind die jeweiligen Lebensmittel gut verträgt oder nicht.

Wer nicht stillen kann sollte auf sogenannte „hypoallergene Anfangsnahrung“ (HA) zurückgreifen. Des Weiteren ist es wichtig, die empfohlenen Impfungen der Impfkommission in Anspruch zu nehmen. Zudem wirkt es sich förderlich aus, in einer verkehrsarmen und ruhigen Gegend zu wohnen. Regelmäßiges Lüften sorgt für ein gutes und frisches Raumklima und schützt vor Schimmelpilzbefall.

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