Nie wird der natürliche Bewegungsdrang des Menschen sichtbarer als im Kleinkindalter, wenn Kinder durch die Gegend krabbeln, robben und laufen, um sich auszuprobieren und ihre Umgebung zu erkunden.
Leider ist es ein weit verbreitetes Phänomen der westlichen Gesellschaft, dass Menschen selbst dieses Bedürfnis verdrängen, denn zu viele Aktivitäten sind mit körperlicher Inaktivität verbunden, und dies beginnt schon in der Kindheit, wenn Kinder mit dem Auto in die Schule gefahren werden, dort den ganzen Tag sitzen und die Nachmittage am Schreibtisch vor den Hausaufgaben und auf dem Sofa vor dem Fernseher verbringen. Dass der Körper eigentlich Bewegung unbedingt braucht, ist nicht sofort spürbar, Menschen vergessen das, bis es sich noch in der Kindheit oder im Erwachsenenalter mit negativen Folgen bemerkbar macht, zum Beispiel mit Übergewicht, einem schwachen Immunsystem oder sogar psychischen Problemen wie Depressionen oder geringer Stressresistenz.
Deswegen ist es wichtig, den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern, den sie im Kleinkindalter aufweisen, immer weiter zu fördern und Bewegung so oft wie möglich in ihren Alltag und ihre Freizeit zu integrieren. Der Text befasst sich im Folgenden mit diesen Themen:
- Warum bewegen sich viele Kinder so wenig?
- Eltern als Vorbilder und Initiatoren: Sport und Bewegung mit den Kindern in der Freizeit
- Bewegung im Alltag von Kindern
- Sport für Kinder: Sportvereine richtig nutzen
Warum bewegen sich viele Kinder so wenig?
Im Prinzip sieht es nicht so schlecht aus, wie der Anfang des Artikels vielleicht andeuten könnte: Auch heutzutage sind Pausenhöfe von Grundschulen voll von schreienden und tobenden Kindern. Viele Kinder sind in Sportvereinen angemeldet und gehen zu Fuß in die Schule oder müssen zumindest zu Bushaltestellen oder Bahnhöfen gehen.
Dennoch kann es schnell passieren, dass inaktive Tätigkeiten das Leben eines Kindes klar dominieren: In der Schule sitzen Kinder den gesamten Vormittag bis auf ungefähr zwei Stunden Sport oder Schwimmen pro Woche, am Nachmittag müssen sie am Schreibtisch ihre Hausaufgaben erledigen und wenn weder Eltern noch Freunde oder Geschwister Zeit oder Lust dazu haben, mit ihnen rauszugehen, beschäftigen sich viele Kinder einfach mit sich selbst, sehen fern, malen oder spielen mit ihren Spielsachen, was ja alles im Sitzen geschieht.
Medienkonsum gehört zu den zeitintensivsten Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen, und sich mit Medien zu beschäftigen geht oft nicht anders als sitzend oder liegend. Hinzu kommt, dass Kinder in vielerlei Hinsicht auf ihre Eltern angewiesen sind, wenn es darum geht, sich zu bewegen: Kein Kind kann alleine eine Wandertour unternehmen, ins Schwimmbad gehen oder Schlittschuhlaufen. So gesehen ist es hauptsächlich abhängig von ihren Eltern, ob sich Kinder viel oder wenig bewegen. Sind auch diese eher gemütlich und verbringen die Abende und Wochenenden am liebsten vor dem Fernseher, so ist Bewegungsmangel bei den Kindern so gut wie vorprogrammiert. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, wie Eltern und Kinder sich gemeinsam bewegen können, wobei sie zusätzlich auch noch ihre persönliche Bindung stärken, weil sie sehr intensiv aufeinander eingehen können.
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Eltern als Vorbilder und Initiatoren: Sport und Bewegung mit den Kindern in der Freizeit
Lustige Bewegungsspiele für Kleinkinder
Schon im Vorkindergartenalter können Eltern mit ihren Kindern Bewegungsspiele spielen, die den Kleinen Freude und Spaß an den Bewegungen verleihen. Diese Spiele können ganz schlicht sein und wenig Aufwand erfordern, zum Beispiel können Eltern ihren Kindern eine Bewegungsgeschichte erzählen: Sie sprechen von einer kleinen flinken Maus und davon, was diese alles macht, und das Kind muss sich in die Rolle der kleinen Maus versetzen und diese Bewegungen ausführen. Etwa so: „Die kleine Maus rennt von der Tür zum Sofa und wieder zurück. Dann stellt sie sich auf den Stuhl, um eine Aussicht über den ganzen Raum zu haben. Sie entdeckt einen wunderschönen Blumentopf und hopst auf ihn zu, um um ihn herum zu tanzen.“
Besonders wenn andere Kinder da sind, lassen sich Bewegungsspiele besonders gut spielen, etwa auf Kindergeburtstagen oder auch mal zwischendurch, wenn zwei oder drei Freunde des eigenen Kindes zu Besuch sind. Es sollte zwar nicht überhand nehmen, dass sich Mutter oder Vater in die gemeinsamen Spiele einmischen, weil Kinder auch ihre „erwachsenenfreien“ Zeiten mit Gleichaltrigen brauchen und es meist ohnehin mit Bewegung verbunden ist, wenn Kinder zusammen spielen, aber hin und wieder freuen sie sich bestimmt, Spiele wie Reise nach Jerusalem oder das Eichhörnchen-Spiel zu spielen.
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Entspannte und lockere Bewegung an der frischen Luft: Ausflüge mit den eigenen Kindern und ihren Freunden machen
Weiß eine Familie mal nicht, was sie am Wochenende unternehmen könnte, bietet es sich an, ein oder zwei Freunde des Kindes mitzunehmen und einen schönen Ausflug zu machen, der auch gar nicht kostenintensiv sein muss. Ein Freizeitpark oder eine Minigolfanlage wird den Kindern bestimmt viel Spaß machen, aber auch einfach nur ein Waldstück oder ein Abenteuerspielplatz sind ein tolles Erlebnis. Natürlich sollten die Eltern der anderen Kinder darüber informiert werden und bei Bedarf auch mitkommen können.
Während des Ausflugs ist es am besten, die Kinder zumindest eine Zeit lang einfach spielen zu lassen, denn solange es große Spielflächen und viel zu entdecken gibt, ist Bewegung ohnehin garantiert. Eine günstige Gelegenheit zu dem einen oder anderen Bewegungsspiel ist ein Ausflug jedoch auch. Handelt es sich um einen ganzen Tagesausflug, so sorgt ein sättigendes Picknick im Freien für neue Energie und viel Spaß.
Auf Spielplätzen lernen Kinder übrigens mehr, als nur dass Bewegung Spaß macht: Schaukeln, Wippen und Karusselle fördern ihr Gleichgewicht, Klettergerüste gewöhnen sie an ungewohnte Höhen und steigern ihre Geschicklichkeit. Deswegen sollten Eltern nicht zu besorgt sein und Kinder gleich bremsen, wenn etwas gefährlich sein könnte. In der Regel ist ein Spielplatz kindgerecht und es reicht aus, ein wachsames Auge auf die Kinder zu haben und in der Nähe zu sein, wenn die eine oder andere Spielidee ein wenig riskant aussieht.
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Eltern-Kind-Turnen
Das Eltern-Kind-Turnen ist für Kinder zwischen anderthalb und vier Jahren und ihre Eltern gedacht und wird zu häufig moderaten Preisen in den Sportvereinen fast jeder Stadt angeboten. Kinder haben hier andere Möglichkeiten als zuhause oder draußen, weil ihnen zahlreiche Geräte wie Matten, Bälle, Rutschen und Trampoline zur Verfügung stehen und eine Betreuerin oder ein Betreuer Tipps und Ideen für mögliche Übungen gibt.
Wintersport für Kinder
Wenn Kinder älter werden, bieten sich verschiedene Wintersportarten an. Bei vielen dieser Sportarten ist es jedoch von Vorteil, wenn auch die Eltern dieser mächtig sind, um die Fähigkeiten ihrer Kinder einzuschätzen und den Sport mit ihnen gemeinsam zu machen.
Ab ungefähr zehn Jahren kann ein Kind Snowboarden lernen, was jedoch unter fachmännischer Anleitung in einem Kurs erfolgen sollte. Ein professioneller Lehrer weiß genau, auf welche möglichen Risiken aufzupassen ist, wie genau das Kind bremsen oder ausweichen muss oder wie es sich bei Stürzen zu verhalten hat. Auch wenn die Eltern selbst sehr gut snowboarden können, kann es sein, dass sie ihren Kindern viele wichtige Dinge nicht beibringen, einfach weil sie nicht dran denken.
Viele Kinder mögen Snowboarden lieber als Skifahren, weil sie damit viel lustigere und kreativere Kunststücke machen können.
Wichtig ist aber geeignete Schutzkleidung, die am besten mit Beratung von Fachverkäufern im Fachgeschäft gekauft werden sollte. Dasselbe gilt für Skilanglauf-Ausrüstungen. Diese Sportart fördert besonders die Kondition und Koordination von Kindern.
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Eine winterliche Alternative zum Wandern ist das Schneeschuhlaufen durch tiefen Schnee, wobei hier der Name der Sportart ernst genommen werden sollte: Ohne geeignete, warme und wasserfeste Schneeschuhe sollten solche Schneewanderungen nicht unternommen werden, denn mit kalten und nassen Füßen ist der Spaß schnell vorbei.
Sehr beliebt ist bei Kindern auch das Rodeln beziehungsweise Schlittenfahren, und mit den Eltern auf einem Schlitten geht das auch mit jüngeren Kindern. Fast jede Skipiste hat auch einen Rodelbereich, aber da Rodeln zu den unaufwändigsten Wintersportarten gehört, geht das auch auf kleinen Hügeln im Heimatort.
Ebenfalls sehr leicht zu realisieren ist das Schlittschuhlaufen. In fast jeder größeren Stadt gibt es eine Eishalle inklusive Leihschlittschuhen, doch auch auf gut zugefrorenen Seen können Familien wunderbar Schlittschuh laufen.
Ein Kind, das schon Inliner fahren kann, sollte auf Schlittschuhen bald sicher stehen können, ansonsten sollten Eltern ihre Kinder die ersten Male bei der Hand nehmen und sie langsam führen. Schützer und ein Helm sind genauso wichtig wie beim Inliner fahren.
Wandertouren
Ein freies, warmes Wochenende kann ideal für eine Wandertour genutzt werden. Kinder erleben schöne Landschaften, lernen einfaches Gehen wertzuschätzen und befinden sich dauerhaft an der frischen Luft. Doch wem ein ganzes Wochenende inklusive Unterkünfte und Verpflegung zu teuer oder zu aufwändig ist, kann auch einfach nur eine kleine Wandertour von vier bis fünf Stunden unternehmen. Kurze Wanderstrecken gibt es so gut wie überall.
Ein bewegter Nachmittag am Badesee
Am Beispiel eines Nachmittags am Badesee lässt sich besonders deutlich machen, wie unterschiedlich ein Tag gestaltet werden kann und wie leicht Bewegung in solche Freizeitaktivitäten eingebaut werden kann:
Je nachdem, wie alt die Kinder sind und wie weit der Badesee weg ist, bietet sich eine Fahrradtour dorthin an, anstatt mit dem Auto hinzufahren. Sind die Kinder noch so klein, dass sie gar nicht selber Fahrrad fahren können, ist das kein Problem: Sie können im Kindersitz mitfahren und sehen schon mal, dass das Auto nicht immer notwendig ist und werden vielleicht sogar etwas neidisch auf ihre Eltern und eventuell älteren Geschwister sein, dass sie nicht selber strampeln können.
Für ungefähr zehnjährige Kinder sollte eine Radtour von fünf bis zehn Kilometern und ausreichend vielen Trinkpausen kein Problem sein.
Am See angekommen, kann man sich gemütlich in die Sonne legen und lesen oder ein Nickerchen machen, was natürlich auch zu so einem Nachmittag gehören darf und überhaupt kein Problem ist. Allerdings sollte auch eine Runde Wasser- oder Federball spielen ebenso dazu gehören, genauso wie ein kleiner Spaziergang am Ufer. Im Wasser sollten Kinder toben und spielen dürfen, so lange sie wollen. Wichtig sind nur Pausen, ungefähr alle 20 Minuten, weil die Kinder sonst unterkühlen könnten. Meistens macht ihnen das Spielen im Wasser so viel Spaß, dass sie es garnicht merken, wenn ihnen kalt ist.
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Bewegung im Alltag von Kindern
Bewegung im Alltag wird häufig vernachlässigt, ihre Wirkung unterschätzt. Oft sind die Bewegungen im Alltag klein und scheinen unbedeutend – doch eben weil sie so alltäglich sind, werden sie immer wieder ausgeführt, und über größere Zeitspannen hinweg kommen dabei ganz schön viele Stunden der Bewegung zusammen, sodass Krankheitsrisiken dauerhaft gesenkt und Übergewicht reduziert wird, ohne das direkt zu merken.
Und das Beste an Bewegung im Alltag ist: Sie ist sehr leicht in das Leben von Kindern zu integrieren. Der Fußweg in die Schule ist dabei die beste und einfachste Möglichkeit. Ist die Schule zu weit weg, kann das Kind auch mit dem Fahrrad fahren oder ein bis zwei Bushaltestellen früher aussteigen.
Hat das Kind Nachmittagsunterricht, könnte es dazu angeregt werden, einen Teil seiner Mittagspause dazu zu nutzen, etwas spazieren zu gehen. Wenn seine Eltern oder vielleicht die Großeltern Zeit dazu haben, könnten sie das Kind für einen kleinen Spaziergang von der Schule abholen oder mit ihm zu Fuß in die Stadt gehen, um dort gemeinsam zu Mittag zu essen.
Auch den Aufzug und Rolltreppen müssen Kinder nicht benutzen: Mit einem Spiel können sie motiviert werden, lieber die Treppe zu nehmen, nämlich dann, wenn sie die Treppen, Eltern den Aufzug oder die Rolltreppe nehmen und die Kleinen merken, dass sie auf der Treppe viel schneller sind.
Wenn die Familie am Wochenende gemeinsam frühstückt, kann das Kind mit dem Fahrrad zum Bäcker geschickt werden oder mit einem Elternteil gemeinsam dorthin radeln. Genauso können Kinder unter der Woche kleinere Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen oder sich bewegen, indem sie im Haushalt mithelfen. Schon den Müll rausbringen ist eine kleine Bewegung.
Zähneputzen wird durch kleine Bewegungseinheiten, zum Beispiel von den Zehenspitzen auf die Fußballen schaukeln, spannender und die drei langweiligen Minuten gehen viel schneller vorbei.
Sport für Kinder: Sportvereine richtig nutzen
Sportvereine sind eine super Möglichkeit, Kinder für Sport zu begeistern, denn hier bewegen sie sich nicht nur, sondern spielen auch mit anderen Kindern und schließen Freundschaften. Leider kann jedoch die Freude am Sportverein schnell getrübt werden, wenn das Kind eine Sportart ausüben muss, die ihm nicht zusagt oder wenn es zu sehr unter Leistungsdruck steht.
Das allerwichtigste ist, dass das Kind gerne in den Sportverein geht und mit den anderen Kindern dort klarkommt. Es liegt in der Verantwortung der Trainer, die Kinder nicht auf Leistung zu trimmen, sondern ihnen zu vermitteln, dass alles ein lockeres Spiel ist, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Klagt ein Kind darüber, dass sein Trainer es wegen zu schlechten Leistungen schimpft oder es in Mannschaftssportarten von den anderen Mitgliedern ausgestoßen wird, weil es nicht so große Erfolge erzielt wie andere, sollte es keinesfalls gezwungen werden, dort zu bleiben. Es gibt genug andere Sportvereine!
Auch wenn dem Kind die Sportart nicht gefällt, macht eine Mitgliedschaft im Sportverein nur wenig Sinn. Zwar bewegt es sich dann regelmäßig, aber die Bewegung ist nicht mit Spaß, sondern mit Abneigung verbunden und kann vielleicht sogar dazu führen, dass das Kind Sport generell zu hassen beginnt.
Das Kind sollte also selber entscheiden, welche Sportart es machen möchte. Kinder sind jedoch sprunghaft und können oft nicht sofort beurteilen, ob ihnen eine Sportart gefällt oder nicht. Es kann passieren, dass die Begeisterung erst nach drei oder viel Mal nachlässt und sich dann herausstellt, dass der Sport nicht der richtige für das Kind ist. Deswegen sollten Eltern erst einige Wochen warten, bevor sie einen festen Mitgliedsvertrag unterschreiben.
Beliebter Kindersport sind etwa Mannschaftssportarten, allen voran Fußball, was für sehr viele Jungs und auch immer mehr Mädchen ein Muss ist. Jedoch sind auch Volleyball, Handball oder Hockey beliebte Mannschaftssportarten. Mädchen besuchen außerdem gerne Tanzschulen oder schließen sich Schwimmvereinen an.
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Empfehlenswert ist, dass ein Kind sich nicht zu früh auf eine Sportart spezialisiert und anfangs lieber mehrere verschiedene Sportarten ausprobiert, die alle unterschiedliche Körperpartien beanspruchen. Auch Sportarten wie zum Beispiel Tennis sind wegen ihrer einseitigen Belastung eines Armes eher weniger empfehlenswert