Essen ist ein lebensnotwendiges Bedürfnis des Menschen und etwas ganz Natürliches. Eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährungsweise ist die Grundlage für eine gesunde Entwicklung und ein normales Wachstum von Kindern. Es kann jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder mal passieren, dass Kinder zu viel oder zu wenig essen und möglicherweise nicht alle benötigten Nährstoffe über die täglichen Mahlzeiten aufnehmen können.

In unserer heutigen Zeit leiden immer mehr Menschen an Essstörungen, bedauerlicherweise auch immer mehr Kinder. Das eigene Seelenleben, die Gesundheit und die Sozialisation werden durch ein gestörtes Essverhalten stark negativ beeinträchtigt. In diesem Zusammenhang ist daher Prävention ein sehr wichtiges Stichwort.

Gut ernährte Kinder, sind gesünder und glücklicher, denn:

  • sie entwickeln sich physisch und psychisch besser
  • ihr Organismus spricht besser auf medizinische Behandlungen an
  • sie haben eine höhere Muskelmasse
  • sie sind leistungsfähiger
  • sie haben ein höheres Wohlbefinden als schlecht ernährte Kinder
  • sie haben eine bessere Wundheilung
  • eine ausgewogene und gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem und beeinflusst den Energiestoffwechsel positiv.
Ein gesundes Essverhalten bei Kindern ist grundlegend wichtig.
© pixabay – Kinder brauchen eine passende und gesunde Ernährung

Essstörungen bei Kindern – wie entstehen Sie?

Essprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen für einen Kinderarztbesuch. Manche Kinder sind wählerisch beim Essen, andere kämpfen vielleicht gerade mit einem Infekt – doch rund drei bis vier Prozent aller Säuglinge und Kleinkinder leiden tatsächlich unter einer Essstörung. Da Kinder in dieser frühen Lebensphase noch nicht eigenständig essen können, sprechen Experten von einer sogenannten Fütterstörung.

In den ersten Lebensjahren kann es vorübergehend immer wieder mal zu einem schwierigen Essverhalten kommen. Das ist jedoch kein Anlass zur Sorge! In den meisten Fällen steckt die Angst vor dem Unbekannten und Neuen dahinter. Wenn lediglich ein „schwieriges Essverhalten“ dahintersteckt, sollten Eltern gelassen bleiben und einfach ohne Druck dem Kind immer wieder neue Nahrungsmittel anbieten.

Zu einer schwierigeren Situation kann es hingegen kommen, wenn Kinder im Hort oder im, Kindergarten dazu gezwungen werden, ihren Teller leer zu essen. Daraus kann sich leicht eine Abwehr- und Trotzreaktion entwickeln, die sich auch im Essverhalten zuhause wiederspiegelt. Je größer der Druck ist, der auf das Kind ausgeübt werden, desto weniger möchte das Kind essen. Eine ähnliche Reaktion lässt sich bei übergewichtigen Kindern beobachten: Je intensiver Eltern die Kleinen vom Essen abhalten möchten, desto mehr kämpfen diese Kinder um ihr Essen.

Ein weiteres Problem ist zudem, dass viele Mütter ihre Babys nach Packungsanweisung füttern und nicht nach dem eigentlichen Bedarf des Kindes. Auch hieraus kann schnell eine Futterstörung entstehen.

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So erkennen Sie ein ungesundes Essverhalten bei Kindern

Nicht jedes auffällige Verhalten eines Kindes in seiner Ernährungsweise ist gleich eine Essstörung. Das Essverhalten hängt auch maßgeblich von der jeweiligen Entwicklungsphase ab. Erst wenn ein besorgniserregender Zustand über längere Zeit andauert, sollte ein Kinderarzt oder Ernährungsexperte zu Rate gezogen werden. Hat sich nämliche eine Essstörung fest stabilisiert, gibt es oftmals nur noch mit therapeutischer Hilfe einen Ausweg.

Ein ernstzunehmendes, gestörtes Essverhalten bei Kindern liegt vor, wenn:

  • Kinder ohne eine körperliche Ursache das Essen wieder erbrechen.
  • Kinder aus medizinisch-ärztlicher Sicht viel zu wenig essen.
  • deutliche Symptome einer Esssucht nachweisebar sind: Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Kinder heimlich essen oder viel an das Essen denken und davon sprechen. Anlass zur Sorge gibt es dann, wenn die Gewichtskurve nach und nach ansteigt und es deutlich in Richtung Übergewicht geht.
  • Kinder nicht ihrem Alter entsprechend zunehmen oder nicht ausreichend wachsen.
  • Kinder nachweislich Gewicht reduzieren und ihren dünnen Körper unter weiter Kleidung verstecken möchten.
  • Kinder nur sehr langsam essen und ihre Nahrung in winzig kleine Stückchen schneiden.

In solchen Fällen brauchen Kinder dringend Hilfe! Wenn Eltern einen konkreten Verdacht hegen, sollten sie unbedingt den Kinderarzt darauf ansprechen. Dieser kann das Kind zunächst einmal körperlich untersuchen und das Körpergewicht im Verhältnis zum Lebensalter sowie zur Größe des Kindes überprüfen. Erhärtet sich der Verdacht kann der Arzt an Kinderpsychologen oder Ernährungsberater verweisen, die gezielt weiterhelfen können.

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Drei typische Essstörungen – hier ist Aufmerksamkeit geboten

Grundsätzlich lassen sich drei wesentliche Formen von Essstörungen beobachten:

  1. Die Ess-Sucht:

Hiervon ist die Rede, wenn ein Kind über viele Monate hinweg einen unnormal großen Appetit und Hunger hat. Damit untrennbar verbunden ist natürlich auch eine beträchtliche Gewichtszunahme, die zum Teil weit über den Normbereich hinausgeht. In vielen Fällen versuchen Kinder durch das Essen negative Gefühlszustände und Emotionen zu beseitigen. Es ist wichtig, Kindern einen korrekten Umgang mit ihren eigenen Gefühlen beizubringen, damit sie nicht im Essen die Lösung ihrer Probleme suchen. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten Eltern mit ihren Kindern immer im offenen Austausch und Gespräch bleiben.

  1. Nahrungsverweigerung:

Das ist im Grunde exakt das Gegenteil zur oben genannten Ess-Sucht. Die hiervon betroffenen Kinder nehmen nur noch sehr wenig Nahrung zu sich. Häufig trifft diese Form der Essstörung Mädchen, die Models, TV-Covern oder sonstigen Vorbildern aus dem Fernsehen nachstreben möchten. Es ist von zentraler Bedeutung, den Kindern frühzeitig ein realistisches Schönheitsbild zu vermitteln und eine gesunde Einstellung zum eigenen Körper zu fördern.

  1. Pica-Krankheit:

Diese Essstörung ist eine eher selten vorkommende Erkrankung. Hier essen Kinder über eine längere Zeitspanne hinaus ungenießbare Dinge wie Erde, Steine oder Sand.

Tipps – ein richtiges Essverhalten bei Kindern fördern

Ein erster und grundlegend wichtiger Schritt zur Behandlung von kindlichen Essstörungen ist eine Veränderung der heimischen Atmosphäre. Hierzu gibt es einiges zu beachten:

  • Die Hauptmahlzeiten sollten unbedingt eingehalten werden.
  • Zu Tisch sollten keine schwierigen und unangenehmen Unterhaltungen geführt werden. Es ist deutlich sinnvoller über schöne Erlebnisse und Dinge zu sprechen. Auf diese Weise entsteht eine angenehme Wohlfühlatmosphäre, die Kinder dann positiv mit dem Essen assoziieren.
  • Selbstverständlich müssen kleine Kinder lernen, bestimmte Tischregeln einzuhalten. Strenge Vorgaben, deren Missachtung unter Umständen auch noch bestraft wird, sind jedoch äußerst kontraproduktiv. Das verdirbt den Kindern ordentlich die Freude am gemeinsamen Essen.
  • Kinder sollten beim Essen nicht gehetzt werden. Es ist wichtig, den Kleinen ihr eigenes Essenstempo zu lassen, das ihren individuellen Bedürfnissen entspricht.
  • Der Fernseher sollte beim Essen unbedingt ausgeschaltet sein. Auch Zeitung lesen oder mit dem Handy spielen sollte tabu sein! Die Essenszeiten sollten eine Zeit der Familie und der Gemeinsamkeit sein – eine wertvolle Zeit also. Das gilt jedoch auch für die Kleinen: Gespielt wird erst wieder nach dem Essen und nicht zu Tisch.
  • Zwischen den Mahlzeiten sollte auf Snacks verzichtet werden. Am besten bekommen Kinder nur Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Zuerst sollte die feste Nahrung gegessen werden. Getränke kommen am Schluss dran.

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Ernährungserziehung – Essstörungen wirksam und frühzeitig vorbeugen

  1. Stärken Sie das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl des Kindes:

Kinder sollten bereits früh ihre eigenen Talente und Fähigkeiten entdecken. Auch selbstständiges Denken und Eigenverantwortlichkeit sind sehr wichtige Kompetenzen. Kinder sollten bereits früh lernen mit Fehler und persönlichen Niederlagen umzugehen. Diese gehören schließlich untrennbar zum Leben mit dazu, sind jedoch auch eine Chance, aus ihnen für die Zukunft zu lernen. Es ist kein Weltuntergang etwas falsch zu machen oder mal zu verlieren. Ganz im Gegenteil: Hier können Kinder begreifen, dass ihr persönlicher Wert nicht von ihrer Leistung abhängt.

Des Weiteren dürfen Kinder ruhig eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen: An diesen Aufgaben reift das Kind und gewinnt Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

  1. Ein gesundes Körperbewusstsein bei Kindern fördern:

Es ist grundlegend wichtig, Kindern frühzeitig ein positives Körpergefühl zu vermitteln. Es ist wichtig, die Kleinen rechtzeitig über körperliche Veränderungen aufzuklären, die im Laufe der Teenagerjahre eintreten werden. Auch über Diäten sollte offen gesprochen werden. Radikaldiäten sind nicht nur ungesund, sondern auch sinnlos. Experten haben mittlerweile nachweisen können, dass rund 95 Prozent der Diätkonzepte gar nicht funktionieren und zudem negative Auswirkungen auf den Körper haben.

  1. Falsche Schlankheitsideale hinterfragen:

Kinder müssen lernen kritisch auf die Medien und vermeintliche Vorbilder zu schauen und nicht alles gleich als erstrebenswertes Schönheitsideal anzunehmen.

  1. Die richtige Ernährungserziehung: Gegessen werden soll aus Lust und nicht aus Frust:

Kinder können sehr viel lernen bei den gemeinsam eingenommen Mahlzeiten: Es geht wesentlich um eine angenehme und familiäre Atmosphäre. Zudem sollten Eltern selbst eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise vorleben und den Kindern die Gelegenheit geben, mitzubestimmen, was auf den Tisch kommt.

Eine gute Ernährungserziehung legt den Grundstein für ein normales, gesundes und genussvolles Essverhalten bei Kindern.

Bestochen werden sollten die Kleinen mit Essen hingegen nicht. Essen darf kein Ersatz für persönliche Zuwendung, Trost oder gar Liebe sein!

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  1. Übergewicht bei Kindern vermeiden:

Ein normales Körpergewicht in der Kindheit kann eine sehr wirksame Prävention gegen Essstörungen sein. Eltern sollten auf eine gesunde Ernährungsweise und ausreichend Bewegung achten, damit sich Kinder gesund und gut entwickeln können. Auf diese Weise bekommen Kinder ein positives Körperempfinden und Spaß an gesunden Lebensmitteln.

  1. Offen über Gefühle sprechen, gemeinsam Probleme lösen und Grenzen akzeptieren:

Konflikte sollten immer offen angesprochen werden. So merken Kinder, dass sie ernstgenommen werden und lernen, konstruktiv mit Krisen und Problemsituationen umzugehen. Auch über Emotionen sollten Eltern mit ihren Kindern immer sprechen. Das vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.

  1. Vorbild für die Kinder sein:

Eltern müssen für ihre Kinder ein Vorbild sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, seinen eigenen Standpunkt zu wichtigen Themen wie Diät, Körpergewicht oder Ernährung zu hinterfragen. Kinder sind äußerst feinfühlig und achten besonders darauf, welchen Stellenwert bestimmte Dinge im Leben ihrer Eltern haben.

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Gesunde Kinderernährung – Zusammenfassung

Von zentraler Bedeutung für eine korrekte Kinderernährung sind:

  1. Eine frische, abwechslungsreiche und ausgewogene Kost
  2. Viel frisches und leckeres Obst
  3. Viel frisches Gemüse
  4. Reichlich Milchprodukte und Kalziumreiche Nahrungsmittel
  5. Wenig Salz
  6. Produkte, die frei von künstlichen Konservierungsmitteln und Farbstoffen sind.