Die Gründung einer Familie gehört für viele Menschen in ihre Lebensplanung und ist oft einer der größten Lebenswünsche. Doch ebenso ist es den meisten Menschen wichtig, ihre Erfüllung im Berufsleben zu finden und finanziell gesichert und unabhängig zu sein.
Beruflicher Erfolg und die Gründung einer Familie sind schon für sich Herausforderungen, die nicht immer einfach zu bewerkstelligen sind, noch schwieriger wird es dann, wenn beides miteinander kombiniert werden soll, denn beruflicher Erfolg allein macht die meisten Menschen nicht glücklich, und ohne finanzielle Mittel ist auch eine Familie nicht zu versorgen.
Besonders für Frauen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft ein schwieriges Thema. Es ist nicht allzu lange her, dass es vollkommen selbstverständlich war, dass eine Frau überhaupt nicht arbeitet, noch nicht einmal einen Beruf erlernt, sondern sich mit einer reinen Hausfrauen- und Mutterrolle komplett in die Obhut ihres Ehemannes begibt. Dies war auch oft der Grund, warum eine Frau gar keine andere Wahl hatte als zu heiraten – weil es keine andere denkbare Zukunft für sie gab.
Heute ist das anders. Dass auch Frauen einen Beruf erlernen, ist selbstverständlich geworden. Doch dennoch: Wenn sie erst einmal geheiratet haben und mit ihrem ersten Kind schwanger sind, fallen sie sowie ihre Männer oft in alte Rollenbilder zurück: Frauen geben ihren Beruf auf, bleiben jahrelang bei den Kindern zuhause, während der Mann als Alleinversorger die meiste Zeit in der Arbeit ist.
Diese Art der Familienführung ist weit verbreitet, doch für viele Menschen unbefriedigend. Vielen Frauen fällt nach einiger Zeit die Decke auf den Kopf, sie sind unglücklich mit ihrem Leben, fühlen sich von der Welt und vom Leben ausgeschlossen und vermissen ihren Beruf. Männer hingegen haben oft das Gefühl, von ihrer Familie kaum etwas mitzubekommen. Wenn sie abends nach Hause kommen, sind ihre Kinder schon im Bett oder können höchstens eine oder zwei Stunden mit ihnen verbringen, die gemeinsame Zeit verschiebt sich auf das Wochenende, und insbesondere wenn die Kinder schon etwas älter sind, haben sie dann eventuell ganz andere Pläne.
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Glücklich mit der Familie und im Beruf – Arbeiten in Teilzeit oder freiberuflich
In der ersten Zeit ist es völlig klar, dass die Mutter bei ihrem Kind bleibt, denn das Kind muss jetzt fast rund um die Uhr betreut und regelmäßig gestillt werden, und natürlich möchte auch die Mutter ihr Kind zunächst nicht aus den Händen geben.
Nach einigen Monaten oder Jahren jedoch beginnen Mütter oft, sich zurück in ihren Beruf zu wünschen oder zumindest irgendeiner anderen Arbeit nachzugehen. Spätestens wenn das Kind drei Jahre alt ist und einen sicheren Anspruch auf einen Kindergartenplatz hat, kann eine Frau wieder in Teilzeit arbeiten gehen.
Teilzeitstellen haben einen noch zweifelhaften Ruf, aber werden in der Gesellschaft immer häufiger nachgefragt
Teilzeitstellen haben einen etwas seltsamen Ruf und werden oft nicht für voll genommen. Viele Arbeitgeber vermeiden Teilzeitstellen, weil sie dann zwei Arbeitskräfte für einen Posten einstellen müssen, was mehr Aufwand und höhere Kosten bedeutet. Insbesondere bei anspruchsvolleren Tätigkeiten heißt es oft, dass mit Teilzeitstellen ohnehin nicht genug erreicht werden kann – wer einen anspruchsvollen Job ausüben möchte, muss auch bereit sein, viel Zeit in seine Arbeit zu investieren. Dementsprechend dominiert das Bild, dass Teilzeitstellen stets nur in einfachen, anspruchslosen und dementsprechend auch schlecht bezahlten Tätigkeiten angeboten werden. Viele Frauen, die sich dann nach Teilzeitstellen umsehen, haben dies im Kopf und trauen sich erst gar nicht, sich in ihrem erlernten Beruf als Teilzeitkräfte zu bewerben.
Dieses Fehler sollten Mütter nicht machen. In einer Zeit, in der Flexibilität, alternative Lebenswege und Individualität eine immer größere Rolle spielen, erlangen Teilzeitstellen immer mehr Bedeutung, es kann nur passieren, dass sie etwas länger suchen müssen, bis sie einen Arbeitgeber gefunden haben, der sie in Teilzeit einstellt.
2012 war jede fünfte neubesetzte Stelle eine Teilzeitstelle, und insbesondere Frauen sind in diesen Beschäftigungen tätig. Nicht nur, um Familie und Beruf zu vereinen, sondern auch, um nebenbei freiberuflich zu arbeiten oder einen Minijob auszuüben, nehmen viele Menschen Teilzeitstellen an. Ihr Ruf ist also noch immer zweifelhaft, doch stetig besser werdend, und für junge Mütter perfekt, um ihre Kinder zu erziehen und nebenbei rauszukommen und ein eigenes Einkommen zu haben. Außerdem werden Teilzeitstellen offensichtlich auch immer häufiger angeboten.
Wenn sie außer ihrer gesetzlichen Rentenversicherung keine Altersvorsorge haben, können die Mütter später, wenn ihre Kinder groß sind, immer noch eine Vollzeitstelle annehmen.
Doch auch viele Väter sehnen sich nach einer Teilzeitanstellung, um mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Teilzeit bedeutet nicht immer eine Arbeitszeit von 20 Wochenstunden. Auch 30 oder 35 Stunden pro Woche lassen einem Familienvater etwas mehr Zeit für seine Familie und sichert ihm gleichzeitig noch ein ausreichendes Einkommen. Und von einer solchen eher kleinen Reduzierung der Arbeitsstunden lässt sich der Arbeitgeber noch eher überzeugen, sodass der Familienvater im Idealfall in seiner alten Anstellung bleiben kann und sich keinen anderen Arbeitsplatz suchen muss.
Flexibilität, Freiheit und Zeit für die Familie in freiberuflichen Tätigkeiten
Eine weitere Möglichkeit, neben der Familie Geld zu verdienen, ist eine freiberufliche Tätigkeit von zuhause aus. Gerade für Mütter, die gerne unabhängig sein und eine weitere Aufgabe haben, aber ihren Kindern dennoch nahe sein möchten, ist dies eine sinnvolle und gute Möglichkeit. Der gesamte Lebensunterhalt lässt sich von solchen Tätigkeiten selten bestreiten, wenn nicht das gesamte Leben an die Freiberuflichkeit angepasst wird, aber ein gewisses Einkommen zu erreichen ist häufig möglich.
Wie solche Tätigkeiten aussehen, ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Geschäftsidee an, doch generell gibt es keine Grenzen. Denkbar sind etwa Lektorats- oder Textarbeiten, Programmierungen, viele Firmen bieten auch Stellen für Freiberufler an, etwa wenn es um die Pflege von Webseiten oder die Kundenakquise geht.
Beruf und Familie müssen glücklich machen
Natürlich ist die Konstellation, in der beide Elternteile teilzeitbeschäftigt sind, nicht für jede Familie optimal. Manche Frauen gehen in ihrer Rolle als Hausfrauen und Mütter vollkommen auf, während einige Männer ihren Beruf lieben oder unbedingt Karriere machen wollen, sodass ein Kürzertreten zugunsten der Familie nicht in Frage kommt. Auch eine umgekehrte Rollenverteilung ist möglich, also dass Frauen Karriere machen und Männer lieber daheim bleiben möchten.
Letztendlich ist der Idealfall dann gegeben, wenn eine Familie den Lebensweg wählt, mit dem alle glücklich sind. Die Gesellschaft ist noch weit davon entfernt, hier alle Wege zu ebnen, sodass jeder sich problemlos den Weg wählen kann, der ihn glücklich macht. Oft müssen sich Familien für andere Lösungen entscheiden, weil sie keine Wahl haben. Jede Mutter und jeder Vater sollte jedoch möglichst darum kämpfen, das Leben führen zu können, das beide sich wünschen – das kann ein langer Weg sein, und fehlende Kinderkrippenplätze, nicht kompromissbereite Arbeitgeber, die insbesondere Frauen den Wiedereinstieg schwierig machen, oder Bekannte, die bestimmte Entscheidungen belächeln oder verachten, können schwere Steine auf diesem Weg sein, aber letztendlich lohnt es sich, den Weg zu gehen, wenn am Ziel das Leben wartet, das sich das Paar vorgestellt und gewünscht hat.
Die Familie und der Beruf sind zwei große, wichtige Lebensbereiche, die Menschen nicht einfach nur ertragen sollten, sondern die sie glücklich machen und erfüllen sollten.