Hygiene ist ein sehr wichtiger Lebensbereich, der auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden große Auswirkungen hat: Wer seine Körperhygiene vernachlässigt, wird anfällig für Krankheitserreger, außerdem wird sich dies durch unangenehmen Körpergeruch oder optische Merkmale äußern, was negative Auswirkungen auf das Verhältnis zu Mitmenschen haben und sich auf das Selbstbewusstsein auswirken kann. Deswegen ist es wichtig, Kindern früh ein Gefühl für ihren eigenen Körper zu vermitteln, ihnen beizubringen, wie sie diesen pflegen müssen und die Körperhygiene zu einer angenehmen und lustigen Tätigkeit zu machen.
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Sauberkeitserziehung: Wie Kinder trocken werden
Der erste und einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenständigen Körperhygiene ist die Sauberkeitserziehung, in deren Rahmen Kinder lernen sollten, selbstständig auf die Toilette zu gehen. Viele Eltern empfinden dieses Thema als unangenehm und wissen nicht, wie sie ihrem Kind dabei helfen sollen, trocken zu werden, doch in der Realität ist das ein weitaus kleineres Problem als viele Eltern vorher glauben.
Wann werden Kinder trocken?
Es fängt schon damit an, dass Eltern oft nicht wissen, wann sie mit der Sauberkeitserziehung beginnen sollten. Die Antwort ist wie so oft bei Kindern: Ein festgelegtes Alter gibt es nicht, jedes Kind hat seinen eigenen Zeitpunkt zum Trocken werden. Einige Kinder lernen zwar, auf die Toilette zu gehen, haben ihre Blase jedoch im Schlaf nicht unter Kontrolle und sollten deswegen nachts noch eine Windel tragen. Hier gibt es wirklich keine Regeln und fast nichts bietet Grund zur Sorge. Sogar zehnjährige Kinder machen hin und wieder ins Bett, das kann passieren. Nur sollte dies ab einem Alter von ungefähr fünf Jahren nicht mehr regelmäßig vorkommen. Nässt sich ein Kind über dieses Alter hinaus regelmäßig ein, hat dies meist einen von zwei Gründen: Entweder das Kind hat eine sogenannte „Enuresis“, was nicht weiter schlimm ist und einfach hin und wieder passiert, oder eine „Inkontinenz“, bei der das Wasserlassen nicht kontrolliert werden kann. Dies hat seine Ursachen in einer Nieren-, Blasen-, oder Harnwegsfehlfunktion, kann auch bei Erwachsenen vorkommen und sollte ärztlich behandelt werden. Ein Kind, das sich regelmäßig einnässt, sollte auf Inkontinenz hin untersucht werden.
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Toilette oder Töpfchen?
Ob das Kind zunächst auf einem Töpfchen übt oder gleich auf die Toilette geht, sollte es selbst entscheiden dürfen. Manchen Kindern fällt es leichter, aufs Töpfchen zu gehen, während Toiletten anfangs zu groß sind und sie frustrieren. Andere hingegen möchten es ihren Eltern gleichtun und sofort auf die Toilette gehen. Hier benötigen Kinder jedoch viel Unterstützung seitens ihrer Eltern, denn so routiniert dieser Vorgang mit der Zeit auch wird, anfangs ist der Gang zur Toilette sehr schwierig.
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Unterstützung beim Trocken werden
Um es dem Kind nicht noch unnötig schwieriger zu machen, sollte es wenn es zur Toilette geht immer Kleidung tragen, die es selber an- und ausziehen kann. Da ein Kind anfangs noch nicht einschätzen kann, wann es auf die Toilette muss, sollten Eltern feste Zeiten einrichten, so etwa nach den Mahlzeiten, vor dem Schlafengehen und vor Autofahrten. Manchmal kann es passieren, dass ein Kind in die Hose macht, obwohl es den Gang zur Toilette bereits beherrscht, das ist ganz normal, denn die Fähigkeit, auf die Toilette zu gehen hat mit Blasenkontrolle an sich nicht viel zu tun. Kinder wissen zwar, was sie tun müssen, wenn sie auf der Toilette sitzen, aber Blasenkontrolle ist Übungssache, erst mit der Zeit können sie mit dem Wasserlassen warten, bis sie auf dem Klo sitzen. Deswegen darf ein Kind keinesfalls geschimpft, verspottet oder gar bestraft werden, wenn es sich hin und wieder in die Hose macht. Nach einem erfolgreichen Toilettengang hingegen sollten Kinder gelobt werden, denn dies ist für sie eine große Umstellung und anfangs sehr mühsam.
Regelmäßige Körperhygiene bei Kindern
Einige Hygienetätigkeiten müssen schon bei Kleinkindern regelmäßig durchgeführt werden.
Richtiges Händewaschen
Händewaschen ist eine der ersten Körperpflege-Handlungen, die ein Kind selber machen kann. Dies geht, sobald es groß genug ist, um das Waschbecken zu erreichen. Kinder sollten lernen, sich nach jedem Toilettengang, vor jedem Essen und wenn sie von draußen kommen die Hände zu waschen. Sie sollten dabei immer Seife verwenden, diese ungefähr 20 Sekunden lang zwischen ihren Händen verreiben und sich die Hände danach mit einem sauberen Handtuch abtrocknen.
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Zähne putzen
Sobald das Kind Zähne hat, müssen diese zwei bis drei Mal am Tag geputzt werden. Ab einem Alter von ungefähr zwei Jahren sollte das Kind sich am Zähneputzen beteiligen, etwa indem es die Zahnbürste, die von einem Elternteil geführt wird, auch in der Hand hält. In dieser Zeit sollten Eltern auch anfangen ihren Kindern zu erklären, wie genau das Zähneputzen funktioniert. Ein Schulkind sollte dann seine Zähne gründlich alleine putzen können. Grundschulen werden auch oft von Zahnärzten besucht, die den Schulklassen nochmal erklären, wie sie ihre Zähne richtig putzen.
Das Problem beim Zähneputzen ist häufig nicht, dass Kinder es nicht können, sondern dass sie keine Lust dazu haben, weil es ihnen keinen Spaß macht. Hier können Eltern mit einigen Tricks nachhelfen: Mit kleinen Aktionen kann das langweilige Zähneputzen schnell zum Spiel werden, etwa wenn Kinder sich währenddessen (vorsichtig) abwechselnd auf ihre Zehnspitzen und Fersen stellen oder eine Melodie summen.
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Gesicht waschen
Morgens und abends sollten sich Kinder mit einem Waschlappen das Gesicht waschen, was ungefähr ab dem Kindergarten auch dem Kind selbst überlassen werden kann.
Baden
Das Baden sollte recht lang unter der Aufsicht der Eltern erfolgen, denn hier kann zu viel kindliche Selbstständigkeit schnell gefährlich werden, wenn sie ausrutschen oder sich an zu heißem Wasser verbrennen. Erst ungefähr nach der Grundschule kann das Kind allmählich alleine baden oder duschen, dann sollte es sich aber nicht im Badezimmer einschließen.
Zu häufig sollten Kinder nicht gebadet werden. Bei kleineren Kindern reicht es, sie ein oder zwei Mal pro Woche zu baden. Ältere Kinder werden sich, wenn sie es schon alleine können, später vielleicht dazu entscheiden, sich öfter zu baden oder zu duschen, und das ist auch gut, denn spätestens im Jugend- und Erwachsenenalter ist es meist notwendig, sich öfter als einmal pro Woche zu baden.
Im Sommer, wenn das Kind im Planschbecken oder im Sandkasten spielt und viel schwitzt, sollte es abends zumindest abgeduscht werden oder, wenn es barfuß gelaufen ist, seine Füße waschen.
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Fingernägel und Fußnägel schneiden
Ab dem frühen Babyalter sollten einem Kind einmal wöchentlich die Finger- und Fußnägel geschnitten werden, und diese Aufgabe sollten die Eltern auch bis zu einem Alter von ungefähr zehn bis 12 Jahren übernehmen, weil sich ein Kind leicht verletzen kann, wenn es versucht, sich die Nägel selbst zu schneiden. Bevor schließlich dem Kind diese Aufgabe ganz überlassen wird, sollten die Eltern es mit ihm üben.
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Körperpflege muss Spaß machen
Ebenso wie das Zähneputzen kann auch alles weitere, das zur Körperpflege gehört, mit kleinen Aktionen aufgepeppt werden, damit die Kinder sich nicht langweilen und Hygiene mit Spaß und Freude verbinden. Beim Nägelschneiden kann gemeinsam ein Lied gesungen werden, Quietsche-Enten und Schiffchen machen ein Bad gleich viel lustiger und wenn sich mehrere Kinder oder Mutter und Kind gleichzeitig die Hände waschen, kann eine kleine Wette veranstaltet werden: Wer schafft es, mit der gleichen Menge Seife mehr Schaum durch Händereiben zu erzeugen?