Das normale Durchschnittsalter für den Schulbeginn ist sechs Jahre, doch auch eine frühere Einschulung ist möglich und wird immer beliebter bei Eltern, weil diese der Meinung sind, ihr Kind sei hochbegabt, es schon im Kindergarten stark fördern, sodass es für sein Alter ungewöhnliche Leistungen erbringt, und dann auch möglichst früh einschulen, weil sie hoffen, dass es dann dauerhaft erfolgreicher sein wird als ältere Klassenkameraden.
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Kindergartenkinder zwischen fünf und sechs Jahren werden prinzipiell in drei Gruppen eingeteilt:
- Muss-Kinder. Diese sind zum Zeitpunkt des Schulbeginns schon sechs Jahre alt und bekommen automatisch eine Einladung zum Aufnahmegespräch in der Schule
- Kann-Kinder. Sie werden bis zum Jahresende sechs Jahre alt und können, wenn Eltern es wünschen, ebenfalls nach einem Aufnahmegespräch, eingeschult werden
- Darf-Kinder werden erst im nächsten Jahr sechs Jahre alt. Auf Antrag haben auch sie schon die Möglichkeit eingeschult zu werden.
Eine frühe Einschulung ist jedoch nicht immer sinnvoll und kann dem Kind manchmal auch schaden, denn im Durchschnitt sind früh eingeschulte Kinder nicht erfolgreicher, können sich aber mit der Zeit überfordert fühlen, weil die Anforderungen bald nicht mehr ihrem Alter entsprechen. Normalerweise kommen die Fähigkeiten, die sie im Kindergartenalter aufweisen, von der elterlichen Förderung und sind nicht bedingt durch ihre eigenen geistigen Fähigkeiten. Nur wenige Kinder sind tatsächlich hochbegabt, etwa dann, wenn Kinder schon vor Schulbeginn lesen können, weil sie es sich selbst beigebracht haben.
Ob ein Kind eingeschult wird oder nicht, entscheidet letztendlich der Schulleiter nach einem Gespräch mit Eltern und Kind, in dem das Kind Bilder malen und Fragen beantworten muss.
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Kinder schon vorher auf die Schule vorbereiten
Um das Kind auf die Herausforderungen, denen es sich in der Schule stellen muss, vorzubereiten, können Eltern das Leben ihrer Kinder schon vorher so gestalten, dass es von der Schule später nicht überfordert sein wird.
Um einen offenen, freundlichen und geselligen Charakter zu fördern, sollten sie ihr Kind immer wieder zum Sprechen und Erzählen ermuntern. Kinder sollten daheim von ihren Erlebnissen im Kindergarten erzählen oder ihren Eltern mitteilen, was in ihrem Kopf vor sich geht, woran sie denken, wenn sie spielen oder was sie gerade besonders interessiert.
Im Musikunterricht werden Kinder später singen, im Religionsunterricht Gedanken und Ideen äußern müssen. Kinder, die verschlossen aufgewachsen sind, werden damit Probleme haben und sich schämen.
Zwar sprechen und singen Kinder auch schon im Kindergarten, doch gerade das familiäre, private Umfeld prägt ein Kind besonders stark. Und auch wenn es schon im Kindergarten viel malt und bastelt, sollte es das zuhause mit seinen Eltern oder Geschwistern auch tun, um seine Kreativität und den Spaß an solchen Aktivitäten weiter zu fördern.
Das Kind sollte jedoch auch mit neuen Situationen konfrontiert werden, indem die Familie Ausflüge an fremde Orte unternimmt und Mutter und Vater dem Kind Interessantes zum Gebiet, zu den dort vorfindbaren Tieren oder Gegenständen oder zur Geschichte erzählen. Auch Museums-Besuche lohnen sich, jedoch nur dann, wenn das Museum für Kinder geeignet ist. Ansonsten wird das Kind nur wenig mitnehmen und sich eher langweilen.
Das Kind sollte allmählich auch lernen, Verantwortung für seinen eigenen Körper zu übernehmen und somit zur Selbstständigkeit erzogen werden. Zähne putzen, Hände und Gesicht waschen und selbstständig auf die Toilette gehen sind jedoch Dinge, die in der Regel auch schon ein Kindergartenkind kann.
Durch spezielle Spiele wie zum Beispiel durch Mensch Ärgere Dich Nicht oder das Zusammenlegen von Puzzles lernen Kinder, mit negativen Gefühlen wie Wut und Frust umzugehen und trainieren ihre Geduld. Sollten dann Dinge in der Schule nicht gelingen, werden die Kinder immerhin nicht von einem komplett unbekannten Gefühl überrollt.
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Träumerkindern den Einstieg in den Schulalltag erleichtern
Kinder haben ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Während die einen kaum still sitzen können und jede Menge Aufmerksamkeit benötigen, beschäftigen die anderen sich am liebsten mit sich selbst. Diese Kinder sind zwar meist sehr pflegeleicht, können überall mit hin genommen werden, weil sie es schaffen, ihre Phantasie selbst durch die kleinsten Dinge zu beflügeln, spätestens in der Schule kann ihre Persönlichkeit jedoch auch zum Problem werden, wenn sie Teile des Unterrichts verpassen, zu spät kommen, oft vergessen ihre Hausaufgaben zu machen und wegen ihrer Zurückgezogenheit zu Außenseitern werden.
Hier müssen Eltern dann aktiv werden, um ihren „Träumerkindern“ den Schulalltag so einfach wie möglich zu machen. Obwohl die Kinder sich damit höchstwahrscheinlich schwer tun werden, brauchen sie eine Struktur: Sie müssen pünktlich zur Schule kommen, Eltern müssen sich nach dem Unterricht genau erkundigen, welche Hausaufgaben sie auf haben und Pläne entwickeln, wann diese erledigt werden sollen. Diese Pläne müssen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sein und müssen dann auch wirklich eingehalten werden, damit das Kind tatsächlich lernt, dass es sich an festen Strukturen orientieren muss. Um dem Kind sein neues, strukturiertes Leben schmackhaft zu machen, können Eltern zum Beispiel mit einem Belohnungssystem arbeiten. Der Phantasie der Eltern sind hier kaum Grenzen gesetzt. Eine Idee wäre ein Stickeralbum, in das das Kind für jede rechtzeitig erledigte Aufgabe einen hübschen Aufkleber erhält. Je kreativer sich Eltern hier zeigen, umso mehr können sie ihr selbst sehr phantasievolles Kind begeistern.
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Um das Kind vor einer Außenseiterrolle oder vor Mobbing zu schützen, muss einerseits das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt werden, andererseits muss es auch an soziale Kontakte gewöhnt werden.
„Träumer-Kinder“ sind oft nicht nur in sich gekehrt, sondern auch schüchtern und fürchten sich auch etwas vor fremden Kindern. Meist wissen sie auch nicht, wie sie mit verbalen Angriffen und Hänseleien umgehen sollen und ziehen sich deswegen noch mehr zurück. Wichtig ist, dass sie sich dann von ihrer Familie geliebt fühlen, weil sie dann auch darüber reden werden. Eltern können in diesem Fall die Lehrkraft informieren, die sich um ein besseres Klassenklima kümmern muss. Das umfangreiche und leidige, doch wichtige Thema Mobbing kann hier nur angeschnitten werden, wird jedoch in einem eigenen Text intensiver behandelt.
Konzentrationsförderung und Konzentrationsübungen: Wie Kinder lernen sich zu konzentrieren
Konzentration ist die Fähigkeit, die gesamte Aufmerksam auf eine Tätigkeit oder einen Vorgang zu richten. So wie jede andere Fähigkeit, muss auch die Konzentration erst erlernt werden. Je jünger ein Kind, umso kürzer ist die Zeit, in der es sich am Stück konzentrieren kann. Während Erwachsene sich bis zu 90 Minuten lang konzentrieren können, ist die Zeitspanne bei Grundschulkindern noch sehr viel kürzer. Im Durchschnitt können sich fünf- bis siebenjährige Kinder ungefähr 15 Minuten und sieben bis zehnjährige Kinder bis zu 20 Minuten lang konzentrieren. Angesichts dieser Tatsache ist eigentlich also schon eine Schulstunde von 45 Minuten zu lang und die Konzentration der Kinder lässt nach einiger Zeit nach.
Zumindest bei den Hausaufgaben also sollten Kinder die Möglichkeit haben, so zu arbeiten, dass sie stets hochkonzentriert sind, das bedeutet also, sie regelmäßig alle 15 Minuten Pause machen zu lassen.
Eltern sollten sich nicht wundern, wenn Kinder manchmal und insbesondere bei Hausaufgaben, die sie nur ungern erledigen, in ihrer Konzentration sehr häufig nachlassen oder sich garnicht erst konzentrieren können, denn wie konzentriert jemand ist, hängt immer von der Situation ab. Konzentration fällt immer leichter bei Dingen, die der- oder diejenige gerne tut. Außerdem kommt es ganz darauf an, ob jemand Sorgen hat, wie es demjenigen geht, ob er müde ist oder Hunger hat sowie was um ihn herum passiert. In einem völlig überfüllten und lauten Zug kann sich vermutlich keiner richtig konzentrieren.
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Von einer Konzentrationsstörung des Kindes kann jedoch nur ausgegangen werden, wenn es tatsächlich keine einzige Situation gibt, in der sich das Kind 15 Minuten am Stück konzentrieren kann, nicht einmal dann, wenn es sich seine Lieblingssendung ansieht oder sein Lieblingsspiel spielt.
Ganz generell, noch bevor das Kind in die Schule geht oder in seiner Freizeit, können Eltern konzentrationsfördernde Maßnahmen schaffen, um dem Kind zu helfen, seine Konzentrationsfähigkeiten weiter auszubauen. Ein geregelter Tagesablauf mit Aktivitäts- und Ruhephasen sowie eine regelmäßige, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft bilden die Grundlage. Weiterhin sind beispielsweise Spiele und Aktivitäten, die die Aufmerksamkeit und das Durchhaltevermögen fördern, sehr sinnvolle Konzentrationsübungen, wie zum Beispiel Mikado, das Legen von Puzzles oder das Zuhören, wenn Mutter oder Vater Geschichten vorlesen. Das Kind muss kleinere Aufgaben bekommen, die es selbstständig und ohne Unterbrechung erledigen muss, wie zum Beispiel den Tisch decken. Von Reizüberflutungen durch übermäßigen Fernsehkonsum oder zu langem Aufenthalt unter Menschenmassen, beispielsweise auf Volksfesten, sollte das Kind ferngehalten werden.
Geht es dann konkret um die Konzentration beim Lernen für die Schule, müssen nochmals spezielle Voraussetzungen geschaffen werden, damit das Kind sich konzentrieren kann:
- Das Kind braucht einen festen Arbeitsplatz, wo es alle seine Arbeitsmaterialien griffbereit zur Hand hat. Störquellen wie Zeitschriften oder Spielzeug haben auf dem Schreibtisch nichts zu suchen, davon lässt sich das Kind schnell ablenken, insbesondere dann, wenn ein unliebsames Fach ansteht.
- Der Raum, in dem das Kind lernt, muss hell und gut gelüftet sein, da Sauerstoffmangel die Konzentration beeinträchtigt
- Tisch und Stuhl müssen auf die Körpergröße des Kindes abgestimmt sein
- Die Arbeitszeiten müssen auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes abgestimmt, aber immer geregelt sein.
- Ungefähr alle 15 Minuten müssen Pausen eingelegt werden. Hat das Kind einen schlechten Tag, können auch öfter Pausen eingelegt werden.
- Das Kind muss regelmäßig essen und sollte nicht lernen, wenn es Hunger hat.
- Obst enthält eine Zuckerart, die die Konzentration besonders anregt. Obst vor den Hausaufgaben ist also durchaus sinnvoll
- Auf dem Schreibtisch sollte immer ein Glas oder eine Flasche Wasser sein und das Kind sollte daran gewöhnt werden, regemäßig zu trinken, denn Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt die Konzentration
- In den Pausen darf das Kind ruhig aufstehen und sich bewegen. Das regt den Kreislauf an und fördert die Konzentration.
- Die Aufgaben sollten abwechslungsreich sein, denn auch Langeweile hemmt die Konzentration. Hat das Kind zwei Matheaufgaben auf, kann es nach der Vollendung der ersten Aufgabe die Deutschhausaufgabe erledigen, und dann erst mit der zweiten Matheaufgabe fortfahren.