Checkliste: Urlaub mit Kind
Bevor dieser ausführliche Artikel zahlreiche Tipps und Infos zu verschiedenen Themen rund ums Reisen mit Kindern gibt, soll eine praktische Checkliste für den Urlaub mit Kind vorangestellt werden, damit Eltern, die es eilig haben, einfach nur abhaken können, ob sie alles nötige für ihre Familienreise vorbereitet haben.
Im Folgenden können Eltern Tipps zu folgenden Themen nachlesen:
- Urlaub mit Kindern: Den idealen Urlaubsort finden
- Auto, Zug, Flugzeug oder Reisebus? Das richtige Transportmittel für eine Familienreise
- Tipps zu Reisen mit Kindern im Auto
- Reiseapotheke Checkliste: Was gehört in die Reiseapotheke?
- Essen in der Fremde: Vorsichtig sein, aber das Kind zum Probieren anregen
- Urlaub mit Teenagern: Entspannt wegfahren mit den Großen
- Winterurlaub mit Kindern: Skifahren, Schneeschuhwandern und mehr
- Aktivitäten für den Urlaub mit Kinder: Anregungen und Tipps
Urlaub mit Kindern: Den idealen Urlaubsort finden
Für einen Urlaub mit einem oder mehreren Kindern gelten ganz andere Auswahlkriterien als für einen Urlaub ohne Kinder. Ein Kind muss sich im Urlaub wohl fühlen, gesund bleiben und darf nicht unnötigen Gefahren ausgesetzt werden, ansonsten kann ein Urlaub mehr Stress als Entspannung bedeuten.
Wenn die Familie sich für einen Urlaubsort entscheidet, wo extreme klimatische Verhältnisse herrschen, wo die Wasserqualität schlecht und die medizinische Versorgung unzureichend ist, kann das auch schon für Erwachsene ziemlich nervenaufreibend sein. Ein Kind jedoch ist viel empfindlicher und hat ein viel schwächeres Immunsystem als ein Erwachsener – für einen Urlaub mit Kind sind solche Orte also absolut nicht empfehlenswert. Mitteleuropäische Länder mit gemäßigtem Klima und Medizin- und Lebensmittelversorgungen, die sich auf gewohntem Niveau befinden, sind hingegen genau richtig für die Ferien mit Kindern.
Das Hotel, die Pension oder der Zeltplatz sollten kindgerecht sein und ihnen Möglichkeiten zum Spielen bieten, wie etwa Spielplätze. Ideal wären natürlich spezielle Kinderprogramme wie Gruppenspiele oder Aufführungen. In speziell auf Kinder ausgerichteten Familienhotels gehören solche Angebote durchaus zum Standard. Außerdem sollte der Urlaubsort fern von allen möglichen Gefahrquellen sein, wie etwa viel befahrenen Straßen oder dichten Wäldern, denn in der Regel machen sich Eltern ohnehin schon viele Sorgen und versuchen, das Kind rund um die Uhr im Auge zu haben. Solche potenziellen Gefahren würden nur den Stress bei den Eltern schüren, auch wenn Kinder überhaupt nicht auf die Idee kommen, sich ihnen zu nähern.
Auto, Zug, Flugzeug oder Reisebus? Das richtige Transportmittel für eine Familienreise
Mit dem Auto in den Urlaub: Vor- und Nachteile
Viele Familien fahren am liebsten mit dem Auto in den Urlaub, wenn sie sich für einen Urlaub mit ihren Kindern in Deutschland oder in einem der Nachbarländer entscheiden. Das ist verständlich, denn die Reise mit dem Auto hat viele Vorteile:
Das ganze Gepäck wird einfach im Kofferraum verstaut und muss nicht geschleppt werden. Das Kind oder die Kinder haben auf der Rückbank ihre Spielsachen und können ungestört und ohne jemanden zu stören spielen. Die Familie ist flexibel und kann Pausen machen, wann und wie oft sie möchte. Außerdem ist sie auch am Urlaubsort selbst mobil und muss keine Bus- oder Zugverbindungen suchen, um einen Ausflug zu machen.
Eine Reise mit dem Auto kann jedoch auch einige Nachteile haben. Zu Beginn der Ferien sind die Autobahnen oft völlig verstopft und es kommt zu stundenlangen Staus in der prallen Hitze, die auch Eltern schwer zu schaffen machen kann. Kinder fangen an zu quengeln, weil ihnen zu heiß ist, sie Hunger haben, auf die Toilette müssen oder einfach nicht mehr sitzen können und so wird aus einer entspannten Autofahrt schnell ein Stresstrip.
Außerdem reagieren viele Kinder mit Reiseübelkeit auf längere Autofahrten, ihnen wird also schlecht. Grund dafür ist, dass der Gleichgewichtssinn im Innenohr das Schaukeln und die Beschleunigungen bei Autofahrten anders wahrnimmt, als die Augen sie an das Gehirn übermitteln.
Autofahren ist aufgrund der CO2-Emissonen nicht gerade umweltfreundlich, befindet sich jedoch auf einem ähnlichen Niveau wie Bahnfahren, wenn die Familie groß genug ist, um das Auto komplett auszulasten, das Auto modern und die Fahrweise sparsam ist.
Reisen mit Kindern in der Bahn: Vor- und Nachteile
Immer öfter entscheiden sich Familien auch dazu, mit der Bahn in den Urlaub zu fahren. Der Vorteil ist hier, dass die Kinder nicht die ganze Zeit an den Sitz gefesselt sind, sondern sich bewegen und im Waggon umher laufen können. Oft kommt es leider vor, dass sich andere Fahrgäste dadurch gestört fühlen, aber um das zu vermeiden können sich Familien extra Familienabteile buchen. Sie sind ab fünf Personen buchbar. Außerdem fällt für ein Elternteil der Stressfaktor weg, dass er oder sie selbst am Steuer sitzen muss. Beide Eltern können während der Fahrt entspannt lesen, schlafen und sich mit ihren Kindern beschäftigen. Wichtig ist aber, dass auch im Zug ein Elternteil immer ein Auge auf die Kinder hat, damit sie nicht durch den Zug toben oder gar bei einem Zwischenstopp aussteigen.
Außerdem kann eine Bahnfahrt während der Ferienzeiten sehr zeitsparend sein, weil es hier nicht zu Staus kommen kann. Voraussetzung ist natürlich, dass es nicht zu Zugausfällen oder gravierenden Verspätungen kommt.
Ein Nachteil ist, dass das Gepäck geschleppt und verstaut werden muss, deswegen ist eine Bahnfahrt insbesondere dann sinnvoll, wenn es sich um einen Kurzurlaub handelt, bei dem nur wenig Gepäck benötigt wird. Eine ganze Zeltausrüstung mit Verpflegung und Ausstattung für einen zweiwöchigen Campingurlaub kann mit dem Zug nur schwer transportiert werden, außer es wird ein Kurierdienst engagiert, der das Gepäck zum Ziel befördert, doch das ist natürlich wieder mit Mehrkosten verbunden. Dabei ist schon eine Zugfahrt an sich oft recht teuer, meist teurer als eine Autofahrt. Es kommt bei der Bahn auf die Strecke an: Einige Verbindungen sind günstiger, andere, viel befahrene Strecken sind sehr teuer. Ein Kostenvorteil für Familien ist aber, dass Kinder bis 15 Jahren in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos fahren dürfen. Es gibt auch weitere Sparmöglichkeiten, beispielsweise mit Ländertickets oder der BahnCard, die sich meist aber nur für Personen lohnt, die viel mit der Bahn unterwegs sind. Am besten informieren sich Familien, die mit der Bahn in den Urlaub fahren möchten, direkt am Infoschalter am Bahnhof ihrer Stadt über die für sie günstigste Reisemöglichkeit.
Flugzeug: Alternativlos bei Fernreisen mit Kindern
Wenn Familien eine Fernreise unternehmen, die sie über Ozeane hinweg auf einen anderen Kontinent oder zumindest auf eine spanische Insel führt, gibt es zum Flugzeug keine Alternative. Mit Kindern zu fliegen ist zwar oft sehr anstrengend, insbesondere je länger die Flugzeit und je jünger das Kind ist. Vor allem Flüge mit Zwischenlandung und langen Wartezeiten können kleine Kinder stressen. Aber viele Airlines sind in den letzten Jahren sehr familienfreundlich geworden. Oft gibt es kostenloses Spielzeug und Babygläschen, die Kinderwagen werden vom Personal in Empfang genommen und im Flugzeug verstaut. Die teils recht lange Wartezeit am Terminal können Eltern ihrem Kind erleichtern, indem sie mit ihm das Terminal erkunden oder ihm aus Kleidung eine gemütliche Kuschelecke auf den Sitzen einrichten, wo es schlafen kann.
Da das Gepäck gleich bei der Ankunft am Flughafen abgegeben und erst nach der Landung wieder abgeholt wird, muss sich die Familie die meiste Zeit nicht mit ihrem Gepäck plagen.
Wenn die Reise in ein heißes Land führt, können die Temperaturunterschiede zwischen Urlaubsort und Flugzeug oft recht große Differenzen aufweisen. Daran sollten Eltern denken und wärmere Kleidung für sich und ihre Kinder mitnehmen, damit sie im Flugzeug nicht frieren. Am besten ist ein „Zwiebellook“, bei dem die oberste Schicht bei der Ankunft am heißen Urlaubsort abgelegt werden kann.
Kinder haben bei Flugreisen oft mehr Probleme mit dem Druckausgleich als Erwachsene. Deswegen sollten die Eltern immer ein Stück Brot oder einen Kaugummi bereithalten.
Leider sind Flugreisen oft recht teuer (außer es handelt sich um Last-Minute-Angebote) und nur Kinder unter zwei Jahre reisen ganz kostenlos, ab zwei Jahren fallen meist ¾ des Erwachsenenpreises an. Eine Zeitersparnis ist an Urlaubsorten, die auch mit dem Zug oder dem Auto erreichbar sind, oft kaum gegeben, weil die Wartezeit am Terminal in der Regel recht lang ist und Flughäfen auch recht abgelegen sind, das heißt, von Zuhause zum Flughafen und vom Zielflughafen bis zum Urlaubsort ist es auch oft eine recht lange Strecke.
Die Ökobilanz von Flugzeugen ist ziemlich schlecht, bei jedem Flug wird sehr viel CO2 ausgestoßen.
Schiffsreisen: Bequem, aber teuer
Eine Kreuzfahrt kann eine sehr entspannte Art des Urlaubs mit Kind sein. Der Radius ist hier beschränkt, das Kind kann nicht verloren gehen und die gewohnten Tagesabläufe können eingehalten werden. Es stehen keine stressigen Ausflüge an, die geplant werden müssen und für Streit und Uneinigkeit sorgen könnten. Leider ist eine Kreuzfahrt jedoch meistens ziemlich teuer, auch wenn Kinder kostenfrei mitfahren dürfen. Außerdem ist auch die Ökobilanz nicht gerade vorteilhaft: Zwar stoßen Schiffe keinen CO2 aus, dafür jedoch umso mehr Schwefel, Ruß und Feinstaub.
Vor- und Nachtteile eines Reisebusses
Im Prinzip ist der Reisebus das ideale Verkehrsmittel, um in den Urlaub zu fahren. Er ist, sofern viele Fahrgäste auf einmal transportiert werden, sogar umweltfreundlicher als die Bahn und oft um Längen günstiger. Mit Kindern kann es jedoch recht stressig werden, wenn die Familie mit dem Reisebus unterwegs ist, da er wenig Komfort bietet. Fahrgäste haben nicht viel Beinfreiheit, Pausen gibt es nur zu festgelegten Zeiten und es kann leicht passieren, dass ein Kind reisekrank wird oder vor Ungeduld zu weinen beginnt, was leider hin und wieder zu Konflikten mit anderen Fahrgästen führen kann.
Tipps zu Reisen mit Kindern im Auto
Was Stress und Anstrengung für Kinder angeht, ist die Entscheidung, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren, meistens gut. Trotzdem kann es einige Probleme geben, an die die Familie auf jeden Fall denken sollte, bevor sie losfährt.
Auf dem Weg in den Sommerurlaub kann es sehr stressig sein, mit Kindern bei Hitze stundenlang im Stau zu stehen. Es ist deswegen ratsam, dann unterwegs zu sein, wenn nicht gerade alle aufbrechen, um in den Urlaub zu fahren. Der erste Ferientag etwa ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Tendenziell ist nachts und an Dienstagen am wenigsten auf den Autobahnen los.
Wichtig sind regelmäßige Pausen, sodass Kinder auf die Toilette gehen und sich die Beine vertreten können. Bei einer besonders langen Reise ist eine Zwischenübernachtung oder ein Zwischenstopp empfehlenswert, auf den sich die Kinder freuen können, wie zum Beispiel einem Vergnügungspark. Kinder können dann zwei Mal die Stunden bis zum Ziel zählen und haben nicht das Gefühl, endlos lange unterwegs zu sein.
Weit verbreitet ist bei Kindern leider die Reiseübelkeit, die gefördert wird, wenn sie einen festen Punkt mit ihrem Blick fixieren. Um keine Reiseübelkeit aufkommen zu lassen, sollten die Mahlzeiten auf der Reise leicht sein, das Kind sollte viel trinken und mit einem Sonnenschutz an den Fenstern vor den Sonnenstrahlen bewahrt werden. Malen und lesen sind keine empfehlenswerten Beschäftigungen für Kinder, die zu Reiseübelkeit neigen, denn hier wird ja ein Punkt fixiert. Lieber sollten sie mündliche Spiele spielen oder die Landschaft beobachten. Wenn die Reisekrankheit wirklich extrem ist, helfen dagegen Medikamente mit dem Wirkstoff Diphenhydramin, die es als Tabletten, Zäpfchen oder Kaugummis gibt.
Reiseapotheke Checkliste: Was gehört in die Reiseapotheke?
Besonders wichtig bei jedem Urlaub ist die Reiseapotheke, die auf keinen Fall vergessen werden sollte und auch mit allen notwendigen Medikamenten und Utensilien ausgestattet werden sollte.
Gegen Schmerzen, egal ob Kopf- oder Bauchschmerzen oder Schmerzen aufgrund einer Verletzung, gehört auf jeden Fall entweder Paracetamol oder Aspirin in die Reiseapotheke. Eine leichtere Verletzung kann problemlos selbst verarztet werden, wenn folgende Dinge in der Reiseapotheke vorhanden sind:
- Desinfektionsmittel
- Pflaster
- Eine Zinksalbe
- Eine Schere
- Ein Verband
Im Urlaub ist eine Erkältung natürlich besonders ärgerlich. Um die Symptome zu lindern gehören Halsschmerztabletten und ein Nasenspray in die Reiseapotheke, und auch ein Fieberthermometer gehört mit in den Urlaub.
So manche Urlaubsstimmung kann durch Mücken stark getrübt werden. Um sich vor Mückenstichen zu schützen oder den Juckreiz zu lindern, sollte ein Mückenabwehrmittel und eine Salbe gegen den Juckreiz in der Reiseapotheke vorhanden sein, zumindest wenn es sich um einen Sommerurlaub handelt.
Aufgrund von teilweise sehr von der gewohnten Ernährung abweichenden Speisen kommt Übelkeit im Urlaub häufig vor, insbesondere bei Kindern. Tabletten und Mittel gegen Durchfall und Verstopfung sind also ein Muss. Regen Reiseübelkeit sind die bereits erwähnten Medikamente mit dem Wirkstoff Diphenhydramin ein sinnvoller Bestandteil der Reiseapotheke.
Auch eine Sonnenmilch gehört unbedingt ins Gepäck, das gilt für jeden Sommerurlaub, doch auch für einen Winterurlaub in den Bergen, wo die Sonne auch häufig sehr heftig scheint und einen Sonnenbrand im Gesicht hervorrufen kann.
Essen in der Fremde: Vorsichtig sein, aber das Kind zum Probieren anregen
Essen ist in jedem Urlaubsland eine kulturelle Besonderheit, und jedes Land hat seine eigenen Spezialitäten. Da ist es natürlich sehr spannend, diese Spezialitäten mal auszuprobieren, doch es kann auch gefährlich werden. Kinder haben ein empfindlicheres Verdauungssystem als Erwachsene und können von unbekannten oder unhygienischen Lebensmitteln schnell krank werden. Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die deswegen im Urlaub lieber gemieden werden sollten, dazu gehören:
- Mayonnaise
- Nicht pasteurisierte Milch
- Rohes Gemüse, roher Fisch, rohes Fleisch
- Meeresfrüchte
Oft wird auch von Speiseeis abgeraten, doch das ist in der Realität keinem Kind im Sommerurlaub anzutun. Mal ehrlich: Auch die Eltern werden nicht auf die eine oder andere Kugel Eis verzichten wollen, und eine Vergiftung und darauffolgende Übelkeit sind dann doch recht unwahrscheinlich und die Vorsicht sollte nicht übertrieben werden. Auch vor Obst wird oft gewarnt, doch solange dieses gründlich mit sauberem Wasser gewaschen oder noch besser geschält wird, gibt es auch hier kein Problem.
Auf Essen von Straßenbuden sollte hingegen tatsächlich lieber verzichtet werden. Die Kontrollen und Richtlinien sind in allen Ländern ganz unterschiedlich und eventuell wird dort das Essen unter inakzeptablen Umständen zubereitet. Generell sollten Eltern ihre Kinder jedoch schon dazu anregen, die landestypischen Spezialitäten zu essen, wenn sie in vertrauenswürdigen Lokalen oder im Hotel angeboten werden, denn oft weigern sich Kinder, Neues zu probieren und verlangen die Speisen, die sie von zuhause gewohnt sind. Zu sehr sollten Eltern nicht darauf beharren, das führt nur zu Stress – aber probieren sollten die Kinder auf jeden Fall. Schmeckt ihnen das landestypische Essen überhaupt nicht, so gibt es als Notlösung in den meisten Restaurants immer noch eine Kinderkarte, darauf sind in fast allen Ländern dieselben typischen Speisen wie Pommes Frites oder Spaghetti mit Tomatensoße zu finden.
Urlaub mit Teenagern: Entspannt wegfahren mit den Großen
Urlaub mit Teenagern ist für Eltern oft stressig. Weniger deswegen, weil sie auf ihre jugendlichen Kinder aufpassen und sich darum kümmern müssen, dass sie gut versorgt sind, wie bei kleinen Kindern, sondern eher, weil viele Teenager sich von ihren Eltern lösen wollen und deswegen auch nur widerwillig mit in den Urlaub fahren. Vor Ort sind sie dann eventuell trotzig, lustlos und es kommt immer wieder zu Streit zwischen dem Kind und den Eltern. Gehören kleine Kinder auch noch zur Familie, ist das für die Eltern oft eine Doppelbelastung: Die einen sind bockig, auf die anderen müssen sie gut aufpassen. Schnell wird Urlaub mehr zur Anstrengung als zur Erholung. Doch es gibt einige Tricks, wie Eltern für sich selbst und ihre Kinder im Teenager-Alter einen schönen und erholsamen Urlaub gestalten können.
Teenager wollen nicht wie Kinder behandelt und deswegen auch nicht von ihnen Eltern bevormundet werden. Je mehr Eltern versuchen werden, ihren jugendlichen Kindern ihren Willen aufzuzwängen, umso mehr werden diese sich meist gegen diesen auflehnen. Deswegen sollten Teenager in die Urlaubsplanung mit einbezogen werden und ihre Wünsche äußern dürfen. Wenn Eltern alles das planen, was ihr Kind überhaupt nicht mag, brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie sich im Urlaub über Streit und Bockigkeit ärgern müssen. Schließlich haben Teenager auch Vorlieben und Hobbys, die sie im Urlaub ausleben möchten.
Ein Teenager sollte also mitnehmen dürfen, was er möchte (nachdem er oder sie Tipps von seinen Eltern und Informationen zur Wetterlage und zur erlaubten Kapazität erhalten hat) und auch mitentscheiden dürfen, wohin die Reise überhaupt geht. Allerdings sollten Eltern ihren Teenagern klar machen, welche Kleidung im Urlaub angebracht ist. Nimmt eine Teenager-Tochter nur sehr knappe Kleidungsstücke mit, sollten Eltern verstehen, dass es nun mal heiß ist im Urlaub.
Wenn der Teenager im Urlaub darauf besteht, Pizza essen zu gehen, ist das in Ordnung und seine Eltern sollten diesen Wunsch wahrnehmen. Jedoch ist dies auch die perfekte Möglichkeit, um Selbstständigkeit zu üben: So könnten Eltern etwa vorschlagen, dass sie dann mit ihrem Kind Pizza essen gehen, wenn es ein bezahlbares Restaurant gefunden hat. Es ist auch empfehlenswert, dem Kind ein bestimmtes Budget zur freien Verfügung zu stellen und Aktivitäten recherchieren zu lassen, die die Familie unternehmen könnte. So fühlt es sich eingebunden und nicht bevormundet, was erheblich zu einer harmonischen Stimmung im Urlaub beitragen kann. Gleichzeitig übt der Teenager, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen: Wer ganz am Anfang sein ganzes Budget ausgibt und später nichts mehr übrig hat, um sich tolle Souvenirs zu kaufen, wird sich ärgern und beim nächsten Mal besser drüber nachdenken, wofür er sein Geld ausgibt. Das Kind sollte nicht zu viel Geld zur Verfügung haben, denn im Urlaub, insbesondere in Ländern mit fremder Währung, sitzt das Geld oft viel lockerer.
Damit alle zufrieden sind, schlagen die Familienmitglieder am besten abwechselnd Aktivitäten vor: Jeden Tag gibt es jemanden, der bestimmt. Die anderen richten sich nach seinem Wunsch. Am nächsten Tag ist dann ein anderes Familienmitglied dran. Gehören auch kleinere Kinder zur Familie, ist es nur fair, wenn auch sie mal bestimmen können. Allerdings müssen die Vorschläge in einem realisierbaren Rahmen bleiben. Kinder müssen verstehen, dass einige Aktivitäten einfach zu teuer oder zu zeitaufwendig sind. Wenn Kinder aber etwas vorschlagen, das Eltern vielleicht nicht so viel Spaß macht oder etwas anstrengend für sie ist, sollten sie auch mal nachgeben und die Reise, die sie gerne eher kulturell gehalten hätten, teilweise in einen Aktivurlaub umwandeln, wenn es geht, und beispielsweise eine Mountainbike-Tour oder einen Surfkurs mit ihren Kindern machen. Vielleicht stellen sie sich dabei nicht gerade geschickt an und werden von ihren wendigen Kindern ausgelacht, aber letztendlich stärkt das den Zusammenhalt und Eltern und Kinder fühlen sich wie auf einer Wellenlänge. Auch ist der Urlaub eine schöne Gelegenheit, andere Vorlieben des Kindes gemeinsam auszuleben. Zum Beispiel könnte die ganze Familie das neue Album seiner Lieblingsband auf der Autofahrt anhören, das macht gute Laune bei den Teenagern, die sich von ihren Eltern oft nicht akzeptiert fühlen.
Im Urlaub sollten nicht dieselben Regeln gelten wie zuhause. Auch das Kind ist im Urlaub und sollte sich entspannen dürfen. Am besten es bekommt ein eigenes Zimmer im Ferienhaus oder im Hotel oder ein eigenes Zelt, damit es nicht ständig aufräumen muss und die Eltern von seiner Unordnung nicht gestört werden. Außerdem sollte es in Ordnung sein, dass das Kind mal nicht mitkommt, wenn die Eltern ins Museum oder abends essen gehen, sondern in seinem Zimmer bleibt, Fast Food oder Süßigkeiten isst und fernsieht. Das ist eben Entspannung für einen Teenager, und solange es nicht zum Dauerzustand wird, sollten solche Tage im Urlaub erlaubt sein. Auch sollte das Kind nicht jeden Tag in aller Frühe aus dem Bett gezerrt werden, um einen Ausflug zu machen, sondern einfach mal in Ruhe gelassen werden und ausschlafen dürfen. Wenn sich die anstrengenden und frühen Ausflüge in Grenzen halten, werden sich die Kinder auch viel eher darauf einlassen. Wenn der Sohn oder die Tochter einbisschen alleine oder mit Gleichaltrigen durch die Gegend laufen möchte, sollte auch das nicht zu sehr zum Problem werden. Es ist klar, dass sich Eltern insbesondere in fremden Gegenden besonders viele Sorgen machen, dass das Kind sich verirrt oder entführt wird, aber etwas Vernunft und Selbstständigkeit sollten sie einem Teenager doch zutrauen. Wenn diese sich an feste Regeln halten, etwa um eine bestimmte Uhrzeit wieder daheim zu sein, in einer bestimmten Gegend zu bleiben und sich regelmäßig zu melden, sollte ein kleiner Ausflug alleine schon in Ordnung sein. Das Kind wird sich von seinen Eltern respektiert fühlen und den Urlaub genießen, weil es mal alleine etwas erlebt.
Mit diesem Vorgehen können Eltern Stresspotenzial aus der Reise nehmen und sie so gestalten, dass ihre Kinder und auch sie selber zufrieden sind.
Winterurlaub mit Kindern: Skifahren, Schneeschuhwandern und mehr
Ein Winterurlaub hat seinen ganz besonderen Zauber und kann für Kinder eine tolle Erfahrung sein, wenn die Familie ihn in einer gemütlichen Hütte verbringt, wo sie abends zusammensitzen, heiße Getränke trinken und typische Winterhütten-Speisen wie Pfannkuchensuppe, Knödel, Braten und mehr genießen kann.
Skifahren, Schlittenfahren, Snowboarden: Für Wintersport sind viele Kinder leicht zu begeistern
Tagsüber stehen bei einem Winterurlaub oft Wintersport oder gemütliche Spaziergänge auf dem Programm, und insbesondere für ersteres sind Kinder schnell zu begeistern.
Besonders beliebt bei Kindern ist das Schlittenfahren, hier geht es oft besonders lustig und rasant zu. Ältere Kinder dürfen ruhig auch mal alleine Schlittenfahren, wenn die Pisten sicher dafür sind, bei kleineren Kindern sollten die Eltern mit auf dem Schlitten sitzen.
Fast völlig gefahrfrei ist ein Spaziergang, bei dem das Kind von seinen Eltern auf dem Schlitten gezogen wird – besonders kleine Kinder lieben solche Ausflüge.
Eine eher unbekannte Wintersportart ist das Schneeschuhlaufen, eine sehr kinderfreundliche Aktivität, weil sie recht risikoarm ist. Es handelt sich dabei eigentlich um eine normale Wanderung durch den Schnee, jedoch tragen die Wanderer dabei Untersätze aus Aluminium oder Plastik an ihren Schuhen, um nicht einzusinken.
Skifahren lernen viele Kinder von wintersportbegeisterten Eltern schon im Kleinkindalter von zwei oder drei Jahren. Das ist sehr sinnvoll, denn insbesondere in professionellen Skikursen, die unbedingt empfehlenswert sind, lernen die Kinder das Skifahren auf sehr einfache, schonende und gefahrfreie Weise und werden so perfekt auf spätere Skiurlaube vorbereitet. Wenn sie dann älter sind und in Begleitung ihrer Eltern oder alleine auf die Piste gehen, sind sie schon sehr sicher auf den Skiern.
Wenn ältere Kinder oder Teenager im Winterurlaub dabei sind, sollten sie, wenn sie wollen, auf jeden Fall Snowboard fahren dürfen (bei Bedarf sollten sie vorher einen Kurs machen), denn diese Sportart hat einen sehr coolen Ruf und ist deswegen bei Teenagern sehr beliebt. Ausgepowert nach einem langen Tag auf dem Snowboard wird vermutlich sogar der wildeste Teenager abends in der Hütte ruhig, brav und verschmust sein und gerne den Abend mit seinen Eltern verbringen.